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BildungBildungBildung in Berlin

by - Dezember 6, 2016

Kinder, die in Berlin zur Schule gegangen sind, können am Ende der Schulzeit häufig nicht rechnen. An der Uni hat man es in manchen Fächern gar nicht so leicht, wenn man in Mathe nichts kann. … Sie haben mehrfach die Prüfungsanforderungen gesenkt, um das Problem zu beheben. 

Und:

Studenten beschweren sich darüber, dass man von ihnen Unmögliches verlangt. Eine Studentin, die zweimal durchgefallen ist, schrieb dem Tagesspiegel, dass sie „einen Beweis führen sollte über eine mathematische Sachlage“. Sie wisse überhaupt nicht, was mit diesem kryptischen Satz gemeint sei, Beweis, Sachlage, was soll das? Ein Beweis ist doch eher etwas, was man in Jura braucht – gegen den Angeklagten sprechen Beweise. Eine andere Studentin beklagte, der Unterricht sei nicht ausreichend „respektvoll“ gewesen. Wie soll sie da etwas lernen? Respekt, die Basis von allem.

Und:

In Berlin darf man in Grund- und Sekundarschulen auch Fächer unterrichten, von denen man im Grunde keine Ahnung hat, die man aber irgendwie mag. Der Fachbegriff heißt „Neigungslehrer“. Ein Neigungslehrer für Englisch könnte sagen: „Ich kann nicht gut Englisch. Aber ich höre gern Lady Gaga, die singt englisch, oder?“

Um das Problem zu beheben, wurden die „Neigungslehrer“ in „Kompetenzlehrer“ umbenannt, das klingt eindeutiger.

Harald Martenstein im Zeitmagazin, Redakteur des Tagesspiegels. Sieh an, es gibt sie noch, die Redakteure. Auch wenn es eine Glosse ist.

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One Comment
  1. Rechtspopulist permalink

    Die Glosse weist darauf hin: Die Postfaktiker sind beunruhigt. Pisa macht´s möglich:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article160016765/Deutsche-Schueler-finden-Naturwissenschaften-laestig.html

    Ausgerechnet dem Land der Tüftler und Erfinder gelingt es nicht, Schüler für die Naturwissenschaften zu begeistern. 15-jährige Deutsche liefern in der neuen Pisa-Studie zwar solide Wissensleistungen ab. Im Vergleich zu Spitzenländern wie Singapur oder Japan haben sie aber weniger Freude an Fächern wie Chemie, Physik oder Biologie.

    Dem großen Bildungsreport zufolge, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag vorstellte, glauben nur wenige deutsche Schüler daran, dass Naturwissenschaften ihnen in der Zukunft wirklich weiterhelfen. Und sie streben nur vergleichsweise selten eine eigene Karriere in diesen Fächern an.

    Andererseits steht Pisa auch in der Kritik. ScienceFiles hat es wieder mal gut auf den Punkt gebracht:

    https://sciencefiles.org/2016/12/06/pisa-unsinn-2015-der-turnusmaessige-bildungsgag-der-oecd/

    Die OECD hat einen Exportschlager: Die PISA-Studien. Im Abstand von drei Jahren finden die olympischen PISA-Spiele in Mathematik, Naturwissenschaft und Lesen statt. Eine nette Stange Geld kostet das. Und hinterher sind wir klüger.

    Hinterher wissen wir, dass „Deutsche Schüler besser als der Durchschnitt“ [von was auch immer] sind und dass „Deutsche Schüler in Mathe schlechter“ sind [als wer auch immer]. Beide Meldungen finden sich fast zeitgleich bei ARD und ZDF.

    Wie es scheint, ist man bei der ARD bemühter, dem durchschnittlichen Ergebnis etwas „Besseres“ abzugewinnen als beim ZDF, wo man eher eine pessimistische Sicht auf die selben Ergebnisse richtet. Die beiden unterschiedlichen Meldungen, die auf derselben Pressmeldung, den selben Testergebnissen und den selben PISA-Olympics basieren, machen den Unsinn, der hinter PISA steckt mehr als deutlich.

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