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Tagesspiegel vs. Hebold: Der „Köter“ darf kläffen

by - Oktober 28, 2016

„Köterrasse“ nennt ein leitender Funktionär des Türkischen Elternbunds in Hamburg die Deutschen. Denn (Hamburger Abendblatt vom 25.10.2016):

„Diese Schlampe mit dem Namen Deutschland hat uns den Krieg erklärt – und wir schweigen immer noch.“ Zudem soll er in seinem Eintrag die Deutschen als „Köterrasse“ bezeichnet und erklärt haben: „Ab jetzt könnt ihr was erleben.“

Die Sätze erschienen auf Facebook, schreibt das Hamburger Abendblatt mit Hinweis auf den NDR. Für Hinweise auf Reaktionen des Bundesjustizministers der SPD und seiner ehemaligen Stasispitzel_*In sind wir dankbar.

Wolfgang Hebold darf man aus Sicht des leitenden Funktionärs des Türkischen Elternbunds sicher zur „Köterrasse“ zählen. Der Tagesspiegel macht sich diese Zuordnung nicht zu eigen, jedenfalls nicht offiziell, denn er hat seinen Forums-Mob, der ungeschminkt ausdrückt, was sich die Schreibstube nicht auszudrücken wagt – noch. Seine Schreibkräfte insinuierten und machten Hebold in einer Serie von AgitProp-Artikeln vorverurteilend zum Straftäter. Tiraden nannten sie das, was Hebold nicht gesagt hatte. Sein Hass-Manager gar schrieb einen eigenen Artikel gegen Hebold und schmückte ihn mit einem großen Bild, auf dem das Wort „Kanake“ stand. Ein Wort, dessen Benutzung Hebold niemand vorwirft.

Hebold versuchte in Form einer Leserzuschrift den Sachverhalt richtigzustellen. Sein Kommentar wurde zunächst nicht veröffentlicht. Erst nach der Veröffentlichung des Vorgangs auf seinem Blog (wir berichteten gestern) rang sich das Hass-Management des Tagesspiegels dazu durch, den Kommentar zu veröffentlichen (26.10.2016, 20:26 Uhr). Sogar kritische Antworten auf Hebolds Kommentar wurden zugelassen. Interessant, meint ein User, Interessant auch, dass der Tagesspiegel Ihren Kommentar freischaltet. User pschrader schreibt um 9:43 Uhr:

Viele der von verschiedenen Seiten gemachten Aussgagen sind nicht überprüfbar.
Überprüfbar sind aber ohne weiteres die sogenant tendenziellen Aufgaben von Herrn Hebold. Es wäre doch ein Leichtes, die monierten Aufgaben mal ins Netz zu stellen. Dann würde ja jeder genau sehen, ob die Vorwürfe berechtigt sind oder nur die Meinung eines unzufriedenen Studenten sind.

Die Aufgaben wurden von Hebold ins Netz gestellt, zuletzt hier. Man hätte Hebold auch danach fragen können. Im Tagesspiegel wurden sie nicht veröffentlicht. Wer aus der Frage, ob ein Zusammenhang besteht, die Formulierung, es soll ein Beweis erbracht werden, macht, ist entweder böswillig oder in Bezug auf statistische Fragestellungen ahnungslos. Die Bezeichnung „Köterrasse“, benutzt von einem türkischen Funktionär, wird wohl straffrei bleiben. Von des Tagesspiegels Andrea Dernbach wissen wir, der türkische Rassist ist kein Rassist, denn:

Rassismus war immer der Vorwurf der Unterdrückten an die Adresse der Unterdrücker, der Opfer gesellschaftlicher Verhältnisse gegen deren Nutznießer. Er erzählt von Macht. Dass Migranten in einer Machtposition gegenüber autochthonen Deutschen wären, würde wohl auch Ministerin Schröder nicht behaupten. Der Kampfbegriff der Deutschenfeindlichkeit soll aber auch nicht Wirklichkeit beschreiben, sondern die Mehrheit moralisch entlasten: Wenn junge Türken, Kosovaren und Libanesen auch Rassisten sind, sind wir vielleicht gar nicht so schlimm?

Nach dieser Logik ist der türkische Funktionär kein Rassist. Darum, so schreibt Dernbach, sind selbst Mordversuche in der U-Bahn und Mobbing auf dem Schulhof kein Rassismus, denn es gibt

andere klare und harte Worte. Rassismus ist das falsche Wort.

Empörte Unterstellungen gegen politisch Andersdenkende werden weitergehen, türkischer Rassismus wird weiter bagatellisiert werden, wenn er denn thematisiert wird.

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2 Kommentare
  1. Burgunder permalink

    Stasi klärt trotz Rechtschreibschwäche gut auf

    Wenn mainstreamenden Organen zweifelhaften Rufs nicht mal mehr bei der Wettervorhersage zu trauen ist, kriegen auch randständigere Postillen ihre Chance. Wolfgang Hebold als Lichtenberger Stadtrat? Vielleicht weiß LiMa+ mehr.

    „Unterdessen hat die Alternative für Deutschland (AfD) auch für Lichtenberg einen Kandidaten für den Posten des Bezirksstadtrates nominiert. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Dietmar Drewes sagte LiMa+, dass es sich um den Hochschuldozenten Wolfgang Herbold handele. Berichte des Berliner Tagesspiegels, wonach Herbold wegen angeblich fremdenfeindlicher Äußerungen im Visier der Staatsanwaltschaft steht, wollte Drewes nicht weiter kommentieren. Er sagte lediglich: „Da steht Aussage gegen Aussage.“ Derzeit kämpft die zwölfköpfige Fraktion zudem mit einem weiteren Problem. Versuche, bei einer Bank ein Konto zu eröffnen, schlugen bislang fehl. „Nach dem Bezirksverwaltungsgesetz steht uns Geld für unsere Fraktionsarbeit zu“, sagte Drewes. Ohne Konto aber keine Überweisung. „Allein für den November stehen uns etwa 2.000 Euro zu“, erklärte der Fraktionsvorsitzende. Geld, von dem auch das Fraktionsbüro im Rathaus an der Möllendorffstraße eingerichtet werden soll. „Zurzeit arbeiten wir alle von Zuhause.“ Die Vorgehensweise der Banken halte er für undemokratisch, sagte Drewes.“

    http://www.lichtenbergmarzahnplus.de/bezirksparlamente-tagen-erstmals/

    „Wesentlich spannender aber dürfte die Sitzung der BVV am 17. November sein. Die Ankündigung der AfD, den geschassten Hochschuldozenten Wolfgang Herbold als Stadtrat in das Bezirksamt zu schicken, sorgte parteiübergreifend für Protest. Hintergrund sind angeblich fremdenfeindliche Äußerungen Herbolds. „Rassistische Sprüche und Schlagworte aus dem rechten Lager gehören nicht in den Alltag der Politik in Lichtenberg!“, erklärte die designierte Bezirksbürgermeisterin Evrim Sommer (Die Linke). „So etwas werden wir hier nicht tolerieren!“ Camilla Schuler, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sagte: „Mit der Nominierung von Wolfgang Hebold entlarvt sich die AfD Lichtenberg einmal mehr und zeigt wes Geistes Kind sie ist und was Lichtenberg in den kommenden fünf Jahren von ihr erwarten darf. Hetzende Menschen wie Herbold haben im Rathaus Lichtenberg nicht das Geringste zu suchen!“ Daher lehnten die Grünen Herbold ab.“

    http://www.lichtenbergmarzahnplus.de/bvv-haben-sich-konstituiert/

    Man erfährt in beiden Beiträgen u. a. das:
    1. Banken verweigern der Lichtenberger AfD die Eröffnung eines Kontos
    2. Die Linksgrünen entlarven sich und demonstrieren, wessen Geistes Kind sie sind
    3. Die LiMa+ – Schreiber schreiben Hebold fast durchgehend falsch

    Begeistert über die Aufklärung in Punkt 1 und 2 wollte ich mehr über die vorbildlichen Korrespondenten des Volkes erfahren. Den Verantwortlichen und Herausgeber Volkmar Eltzel gegoogelt, drängelt die Suchmaschine auf der ersten Seite auf:

    http://berndpulch.org/2011/10/09/stasi-namen-alphabetisch-buchstabe-ei-es-%E2%80%93-stasi-names-in-alphabetical-order-%E2%80%93-ei-es/

    Also an der Rechtschreibung müssen Schild und Schwert der Partei schon noch bosseln. Aber die Aufklärungsergebnisse aus der Werkstatt des Friedens waren bereits ganz passabel.

    Wenn ihr so weitermacht bis ihr groß seid, dürft ihr dann die Reste des Kreuzberger Lügels übernehmen. Die haben sich übrigens für den Endkampf gerade den passenden Bunker einrichten lassen …

  2. Burgunder permalink

    OT
    Leicht und beschwingt in’s Wochenende

    2015 – Das Jahr, das uns den Frieden nahm

    Leicht und beschwingt vor dem Untergang. Dennoch ist Hoffnung.

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