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Wider den »Aufstand der Anständigen« – 1

by - Oktober 26, 2016

wolffsohnZivilcourage ist eine Tugend, die höchstes Ansehen genießt. Zivilcourage ist auch eine Tugend, deren Ausübung ein tödliches Ende nehmen kann. Die Opferliste der Zivilcourage wird lang und länger. Der Aufruf an die Bürger, Zivilcourage zu zeigen, kommt der Aufforderung gleich, Leib und Leben zu riskieren. Und er steht im Kern für die Aufforderung zur Selbstjustiz.

Zentrale Aufgabe eines zivilisierten Staates ist es aber, seine Bürger zu schützen und in ihrem Auftrag das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen. Die Aufforderung des Staates zur Zivilcourage bedeutet also letztlich die Abschaffung des Staates. Sie ist ein Zeichen für die vollständige Verunsicherung der Entscheidungsträger in dieser Ära fundamentaler Revolutionen, so die provozierende These von Michael Wolffsohn.

Klappentext Wider den »Aufstand der Anständigen« (Taschenbuch 7,90 Euro)

Das schmale Bändchen müsste eigentlich Pflichtlektüre für unsere armseligen Politiker sein, schreibt ein User auf Amazon. Die Armseligen aber führen mit dem Budget von 100.000.000 Euro des von einer SPD-Ministerin geleiteten Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ihren geisterhaften „Kampf gegen Rechts“.

Zivilcourage bedeutet nicht nur im „Kampf gegen Rechts“ eine tödliche Gefahr für die Couragierten, sollten sie ihren Mut gegenüber Mitgliedern krimineller Moslemclans ausüben. Sie werden häufig genug auch Opfer des Staates, der in diesen Fällen das Gewaltmonopol für sich reklamiert und die Couragierten vor Gericht bringt, um sie wegen des Missbrauchs des Notwehrrechts zu belangen.

Einen „Aufstand der Anständigen“ fordert Martin Schulz, SPD, ehemaliger Stadtrat aus Würselen und heutige Präsident des Europäischen Parlaments. Er, der neben seinem üppigen Gehalt täglich Sitzungsgelder von 304 Euro, 110.000 Euro jährlich, kassiert, die er auch erhält, wenn er nicht anwesend ist, rechnet sich offenkundig zu den Anständigen. Dass weder die „Anständigkeit“ der Schulzens noch die Anständigkeit sich anständig Fühlender ausreichte, um den deutschen Nationalsozialismus aufzuhalten, zeigt Wolffsohn am Beispiel der Ermordung des deutschjüdischen Reichsaußenministers Walter Rathenow im Jahre 1922. Hunderttausende kamen zu seiner Beerdigung und bejubelten ihre eigene Zivilcourage, ihren Bürgermut. Risiko minimal, Selbstwert optimal. Hitler und seine Wähler ließen sich davon nicht beeindrucken, 1933 kamen die Nationalsozialisten ganz demokratisch gewählt an die Macht.

Beim „Aufstand der Anständigen“ bekämpfen die „Anständigen“ die „Unanständigen“, mit den Worten des Bundespräsidenten die Hell- die Dunkeldeutschen. Gemeint ist von Gauck damit vermutlich nicht die Selbstjustiz. Aus unserer Sicht wird es aber genau so von linken Faschisten und der Wahrheitspresse aufgefasst. Linke Faschisten, die den Begriff „Antifaschist“ vereinnahmt haben, marodieren nahezu folgenlos auf den Straßen und bedrohen und verletzen mit Unterstützung von Grünen, SPD, CDU und den SED-Nachfolgern deren Gewalt. Politiker der Blockparteien bagatellisieren die Gewalt linker Faschisten, wenn sie sie überhaupt zur Kenntnis nehmen. Manuela Schwesig, SPD, vom BMFSFJ hält Linksextremismus für ein aufgebauschtes Problem.

Die AgitProp der Wahrheitsmedien stößt mittlerweile in der Bevölkerung auf Widerstand. Das Wort „Lügenpresse“ macht die Runde. Trotzdem, steter Tropfen höhlt den Stein. Das ist auch Wolffsohn anzumerken. Dass einem kultivierten Professor die raue Sprache auf Demonstrationen missfällt, sei ihm zugestanden. Dass das Missfallen zur Übernahme von Falschmeldungen führt, ist fatal.

Flüchtlingsheime brannten, Heidenau in Sachsen wurde zur Chiffre jener Brutalitäten, schreibt er. Was in Heidenau wirklich stattfand, offenbart ein Interview mit dem Bürgermeister von Heidenau. Es ist die einzige Schilderung dieser Art*), die wir in der Wahrheitspresse gefunden haben. Thematisiert wurde sonst nur die rechte Gewalt. Die linke gilt nicht nur in Heidenau offenkundig als antifaschistischer Widerstand.

Trotzdem, das schmale Bändchen ist lesenswert, die Investition von 7,90 Euro lohnt sich. Das Recht auf Demonstrationen wird durch das Grundgesetz geschützt, schreibt Wolffsohn, nicht aber das Recht auf Straßenschlachten oder Krawalle und Randale. Wohl wahr. Dennoch, es werden 100.000.000 Euro im „Kampf gegen Rechts“ eingesetzt, Linksfaschisten randalieren unter dem Label Antifaschismus weiter und Politik und Medien schweigen weitgehend und zustimmend.

Michael Wolffsohn ist kein „Anständiger“ wie ihn die Wahrheitsszene versteht. Er ist ein kluger Kopf mit klugen Gedanken. Darum wird das was er und andere schreiben, zum Beispiel Bassam Tibi über die derzeitige Einwanderungspolitik, auf die Islamisierung Europas und sich verschärfende Auseinandersetzungen zwischen extremistischen Rändern vermutlich genauso folgenlos bleiben wie der sogenannte Aufstand der Anständigen. Zumal sich mit 100.000.000 Euro eine ganze Armee von Berufsversagern mit der korrekten Gesinnung finanzieren und gegen politische Gegner in Stellung bringen lässt.

_______________

*) Transkript des Videos auf Die Welt vom 24.8.2016:

Ich werde als Bürgermeister das (die Krawalle, DK) nicht verhindern können. Insbesondere deshalb nicht, weil in der Krawallnacht zwei und drei das überwiegend auswärtige Krawalltouristen gewesen sind, die aus der ganzen Umgebung gekommen sind. Es ist daran deutlich geworden, dass sich die Gewalt schon in der Nacht zwei und drei weder gegen die Asylbewerber noch gegen die Einrichtung gerichtet haben sondern ausschließlich gegen die Polizei. Gerade in der vergangenen Nacht war es so, dass die Autonomen sich nur mit der Polizei beschäftigt haben und versucht haben noch einige Rechte aufzutreiben, mit denen sie sich gewalttätig auseinandersetzen und die Polizei ist dann dazwischen gegangen. Also es ging schon in der Nacht zwei und drei kaum noch um dieses Heim, sondern nur in der ersten Nacht, das ist schon schlimm genug, hat die örtliche NPD mit ihrem Aufruf zu einer Demonstration, die dann so nicht angemeldet aber tatsächlich dann hier vor dem ehemaligen Praktika-Baumarkt geendet hat den Grundstein gelegt, dass diese Gewaltexzesse am Freitagabend ausbrechen konnten.

 

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One Comment
  1. almansour permalink

    Seit runden 25 Jahren gibt es in schöner Regelmäßigkeit die Aufstände der Anständigen, die üblicherweise so aussehen: Eine Ansammlung trüber Tassen fasst sich entweder gegenseitig bei den Händen oder tropft Kerzenwachs auf die Straße. In jedem Martinstag steckt mehr Aufstand.

    Zu den den eifrigen Aufstandsaufrufern gehört ein Schulz. Das ist ein geistig wie emotional zurückgebliebener Mann, der in einem hochkorrupten Netzwerk seine Unfähigkeiten durch autoritäres Gehabe zu kompensieren sucht. Dazu gehört, dass er aus seiner politischen Verirrung und Verwirrung gleich das Attribut „Anstand“ überstülpt. In diesem Anstand hat sich jeder anzustellen und unanständig ist ausnahmslos, wer dieses nicht tut.

    Mit einem ebensolchen Begriff von „Anstand“ haben die Nazis zur Bücherverbrennung und zur Pogromnacht aufgerufen. Aber von schlichten Geistern wie den Schulz darf man wohl nicht erwarten, mit einem Mindestmaß von Abstraktionsfähigkeit politische Handlungsweise und deren Charakter zu beurteilen. Letztlich, sosehr auch immer er den Großkotz macht, ist der Schulz doch nur der alberne Nachahmer desselben alten Usus der moralischen Ermächtigungsgesetze, mit denen die wirklichen Anstandsverweigerer sich selbst die Gloriole verpassen.

    Somit ist Schulz ein passender Kanzlerkandidat für die SPD.

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