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Neues im Fall Hebold – Update

by - Juni 29, 2016

Update

Hat der Tagesspiegel klammheimlich den Text geändert? Jetzt wird der Gütetermin erwähnt.

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Es sind nur zwei kurze Meldungen, die wir zum Fall Hebold gefunden haben. Berliner Dozent klagt gegen fristlose Kündigung, titelt die Berliner Morgenpost am 27.6.2016. Und einen Tag später lesen wir im Tagesspiegel die Überschrift, Islamfeindlicher Dozent wehrt sich gegen Kündigung. Da es sich bei Hebold vermutlich um einen weißen Hetero handelt, vermutlich hat er auch noch Kinder und lebt mit einer Frau zusammen, hat sich und sein Geschlecht also noch nicht nach den Regeln des Gender-Voodoo dekonstruiert,  kann der Tagesspiegel nicht anders und wählt eine der typischen AgitProp-Überschriften, die eine Vorverurteilung kennzeichnen.

Der restliche Artikel ist erstaunlich nüchtern gehalten. Nüchtern und mit einer Lücke. Erstaunlich, weil Menschen wie Hebold in den Foren des Tagesspiegels als „wandelnde Infektionsherde“ und „metastasierende Geschwüre“ bezeichnet werden können.

Wir waren verwundert und wollten uns sachkundig machen. Wir stießen auf einen Artikel im Berlin Journal vom 27.5.2016. Dort heißt es unter anderem:

Der Student Sam Witte, der im Wintersemester in Wolfgang Hebolds Statistik-Kurs saß, sagte dem RBB: „Wir sollten berechnen, welcher statistische [!] Zusammenhang zwischen der Anzahl von Terroranschlägen und dem Anteil von Muslimen in der Bevölkerung besteht.“

Das ist falsch. Warum das so ist, erläutert Hebold unter dem Datum 1. Juni 2016 auf seinem Blog Die Verheerung Europas. Dort sind auch die Aufgaben verlinkt, die ihm als „islamfeindlich“ ausgelegt werden. Viel interessanter noch ist der Link

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/05/berliner-wissenschaftler-muslime.html

der sich im obigen Zitat hinter dem Kürzel RBB verbirgt. Er führt ins Leere, der Artikel wurde gelöscht. Gründe dafür konnten wir im Artikel des Tagesspiegels nicht finden. Die Lücke, die die Aktivisten aus der Schreibstube des Tagesspiegel gelassen hatten, haben wir in der Berliner Morgenpost gefunden: Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg setzte eine Güteverhandlung für den 1. Juli (Az. 39 Ca 7847/16) an. Das spricht dafür, dass die Vorwürfe gegen Hebold nicht die Schwere haben, die sich die Wahrheitsszene versprochen hat. Kein Wunder, dass wir im Tagesspiegel nichts darüber gefunden haben.

Möglicherweise hat auch der RBB erkannt, dass sein „Interview“ weniger ein Interview und mehr eine AgitProp-Veranstaltung war, die die wirtschaftliche Existenz Hebolds vernichten sollte. Die Löschung des Artikels würde so nachvollziehbar werden.

Was die Journalistendarsteller des RBB unter einem Interview verstehen, wenn sie die Interviewten als Nazis und Rechtspopulisten einstufen, hat Thilo Sarrazin am 24.6.2016 auf Die Achse des Guten unter der Überschrift, Zum Verhör beim RBB – Ich würde am liebsten von Ihnen hören, das war asozial, dokumentiert. Dort gibt es das Protokoll der Unterhaltung vom 10.6.2016 aus dem folgenden Video (Siehe auch die Kommentare auf Youtube unter dem Video):

Thilo Sarrazin Interview, radioeins, 10.06.2016

„Gossenjournalismus“ nennt ein Leser der Achse das, was der RBB unter Journalismus versteht. Und ein anderer nennt die Ausführenden des Gossenjournalismus  „Kampfpersonal“. Dass weckt Erinnerungen an den Tagesspiegel.

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3 Kommentare
  1. Paul permalink

    OT

    Es nähert sich an was zusammengehört. Die „Diktatur“ der Türkei und die der EU. In wenigen Jahren kann es soweit sein:

    Im Rahmen der Beitrittsgespräche verhandelt die Europäische Union mit der Türkei ab heute über ein neues Themenfeld, nämlich über Fragen des Haushalts.

    Eine der wenigen Lichtblicke von kritischem Journalismus aus der „Wahrheitsszene“:

    Lieb‘ mich oder ich verhafte dich!

    So traf Erdogans Wut zwei Redakteure der renommierten Zeitung Cumhuriyet. Sie hatten Filmmaterial und Berichte veröffentlicht, dass der türkische Geheimdienst Waffenlieferungen an den IS begleitet hatte. Der Autor Halil Gülbeyaz hat den Fall, der weltweit Aufsehen erregt hatte, jetzt in seinem Film „Türkei – Drehkreuz des Terrors?“ noch einmal dargestellt und lässt keinen Zweifel, dass tatsächlich staatliche Agenten dafür sorgen wollten, dass die Terrortruppe Granaten und Raketen in großer Zahl in die Hände bekam. Das Motiv dafür wird nicht direkt genannt, aber es wird durch den Film insgesamt deutlich: Um die Kurden zu bekämpfen, scheut Erdogans Regierung nicht davor zurück, selbst mit der Mörderbande des IS zusammenzuarbeiten.

    http://info.arte.tv/de/die-pressefreiheit-der-tuerkei

    Hier das Video:

    http://www.arte.tv/guide/de/065356-000-A/tuerkei-drehkreuz-des-terrors#details-videos

    Menschenrechte? Wen interessiert das? Die EU ist in erster Linie ein Wirtschaftsverbund. Profit kennt keine (Menschen)Rechte.

    http://info.arte.tv/de/die-geheimen-todeskeller-der-tuerkei

  2. Rechtspopulist permalink

    Ob der Tagesspiegel klammheimlich den Text geändert hat? Ich glaube ja. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich was von einem Gütetermin gelesen habe, als ich des Artikels das erste Mal ansichtig wurde.

  3. thombar permalink

    tagesspiegel und rbb sind doch zwei seiten einer medaille. man könnte es auch bösartigerweise als berliner regierungsfunk bezeichnen.

    aber welcher fortschritt! im gegensatz zu der goebbelsschnauze aus vergangenen zeiten gibt es jetzt schon zwei voneinander unabhängige „organe“.

    wenn das nicht mal richtig toll demokratisch ist!

    ob unser reichsblockwart schon wieder seelig grinsend an die decke zu seinen hebold- jagdtrophäen schaut und seinen rechten arm trainiert?

    mehr kleenex minister, mehr kleenes für die blockwarte! anetta besorgen sie nachschub!

    PS: derzeit überlegt der tsp schon ob man nicht generell buchstaben verbieten sollte! man kann aus buchstaben ja worte wie hknkrz zusammenbasteln!

    buchstaben haben ein enormes faschistisches potential…….

    http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus-hakenkreuz-in-sechs-buchstaben-verboten-oder-nicht/13799410.html

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