Skip to content

Zu Wasser und im Äther: Digitales Flüchtlingsretten, billig und erbauend

by - Juni 21, 2016

Von almansour

Hier gibt es also die App für jedermann, mit der man live den Flüchtling retten kann. Das schreibt die Welt darüber:

jeder Nutzer soll per App ein Schnipsel des Mittelmeers zum Durchsuchen bekommen.

Eine Schnipseljagd, ein zufälliger Flickenteppich, ausgerollt für die Willkommenskultur. Ich hätte mir Capri oder den Lido ausgebeten, auch der Stromboli, genauer das Wasser drumrum, wäre wegen Vulkanwatch ganz spektakulär gewesen. Ob da jemand rumschubbert und ob die dort Rumschubbernden mir zum Satelliten hochwinken und der Satellit zurückwinkt egal. Man hat schon Kreuzfahrtschiffe umkippen sehen, weil die Leute haben herüberwinken wollen. Mit Capri oder dem Lido wäre ich auch nicht in Versuchung gekommen, einfach den Satelliten auf mein Schnipsel Mittelmeer gucken zu lassen und darauf, wie – pfffffffffffffffffffffffft – dem Schlauchboot die Luft ausgeht und viel gestrampelt wird, wie dann dreieckige Flossen drum herum kreisen, bis das Strampeln erst zu- und dann abnimmt.

Kleiner Tip ans Zentrum für politische Schönheit: Habt Ihr schon Tigerhaie
erwogen? Libysche womöglich?

Mit Capri oder dem Lido wäre ich auch nicht in Versuchung gekommen, mit anderen Meeresschnipselbesitzern Wetten über die Anzahl meiner Schlepperboote und deren jeweilige Tonnage abzuschließen und Schiffe versenken zu spielen. Ob die Gewässer südlich von Lampedusa auf dem Smartphone gehandelt werden wie seltene Panini-Bilder? Dort ist ja einfach mehr los, wenn man denn zum Fernretten gelegentlich mal draufschaut, am besten am Kneipentisch herumreichen, damit die Freunde das seltene Glück teilen können. Für die Flüchtlinge Oberkante Unterlippe muss das ein behagliches Gefühl sein, mit dem App-Nutzer via Satellit auf Du und Du zu sein. Und dem Gutmenschen gibt es einen Ablass von 77 Tagen Fegfeuer und als Schnäppchen dazu, von Kardinal Woelki ins Gebet eingeschlossen zu werden. Der hat zu diesem Behufe ein ganz echt analoges Fluchti-Boot vom Mittelmeer nach Kölle am Rhein hoch schleppen lassen, um darauf wie Ahab dem Walfisch zu predigen.

„Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken – jeden
Tag, tausendfach“

Hat Friedrich Nietzsche also doch recht behalten: Gott ist tot! Ersoffen, weil keiner ihn auf der App gehabt hat! Weil er auf dem kleinen Display einfach zu unscheinbar gewesen ist und nicht auf zwei Finger gepfiffen und zum Satelliten hinaufgeblinzelt hat. Da haut der Kardinal 2000 Jahre christliches Gottesbild mal so in die Tonne, von dem der Juden mal gar nicht zu sprechen. Vermutlich hat er bei sich gedacht: Wer übers Wasser geht, der kann nicht schwimmen. Allerdings: Wer jeden Tag tausendfach ertrinkt, feiert freilich auch jeden Tag tausendfach fröhliche Wiederauferstehung, im Schnitt so alle 86,4 Sekunden. Aber ist das ein veritabler Schöpferjob, so durch und durch zu rotieren?

So bastelt mancher sein eigenes Geschäft mit Fluchti und Buchti, der eine zeigt Monstranzen, der andere wischt übers Display um sich vor aller Welt als helldeutschen Gutestuer zu outen. Mir dagegen ist schon schlecht.

Advertisements
11 Kommentare
  1. Paul permalink

    Zur App „I Sea“ (Zitate Forum welt.de):

    Die Schlepper brauchen doch nur die App „Marine Traffic“. Damit sehen sie genau, welches Schiff sie ansteuern müssen. So sehe ich derzeit etliche Schiffe wie bsp. die niederländische Sea Watch 2 nur wenige Seemeilen vor der Libyschen Küste patrouillieren.
    Es ist absurd; denn die Schlepper planen das mit ein; eine komplette und gefährliche Überfahrt auf seeuntüchtigen Booten ist daher überhaupt nicht nötig.

    Das Abenteuer ist ausschließlich jungen, kräftigen Männern vorbehalten, die zudem das nötige Finanzpolster aufbringen. Es ist halt wie überall im Leben.

    Und es ist doch medienwirksamer, mit Luftballons die Kräftigsten willkommen zu heißen, Sie mit viel Geld zu unterstützen – statt mit mit viel höherer Effizienz des Einsatzes von Mitteln die nötige „Hand voll Reis“ vor Ort zu verteilen – vielleicht zusammen mit einem Schulmäppchen und medizinischer Basisversorgung – an die wirklich Bedürftigen.

    So aber stößt die Ellenbogengesellschaft all jene zur Seite, die lauter, kräftiger, schneller, etwas vermögender und viel geschickter – weil kreativer – als andere sind.

    Neu Strategie unserer „Volksverräter“, damit der Michel nicht aufwacht bevor es zu spät ist:

    Die Flüchtlinge kommen weiter zu uns – nur heimlich

    http://m.welt.de/politik/deutschland/article156149885/Die-Fluechtlinge-kommen-weiter-zu-uns-nur-heimlich.html

    • almansour permalink

      Wohlweislich blendet die ganze Gutmenscherei aus, was alles auf dem Treck vor dem Besteigen des Schlepperboootes passiert. Woher zum Beispiel jene tausende Euro stammen, die der in die Hand gedrückt bekommt und wer dafür alles eben nicht bis an die Küste gelangt ist.
      Knochen säumen die Pfade der sogenannten Flüchtlinge – Europa lädt zur kriminellen Erstürmung ein und erklärt die Rücksichtslosesten der Fighter mit Ellbogen und Ärgerem zu Hilfsbedürftigen und kurbelt mit jeder sogenannten Seenotrettung von Leuten, die sich auf Boote begeben haben, denen jeder vernünftige Mensche die mangelnde Seetauglichkeit ansieht, das Schlepperwesen an.

      Immer mehr Tote durch fanatische Vollidioten, die sich für Lebensretter halten.

  2. Paul permalink

    Meine Achtung die dort geblieben sind:

    von kraftsportler 20.06.2016, 14:59 Uhr

    Mir imponiert mehr und mehr das mit mir befreundete Ärzteehepaar aus Aleppo, das dort geblieben ist, obwohl sie Gelegenheit zur Flucht hatten UND auch noch haben und sich stattdessen um die Menschen vor Ort kümmern.
    Wie sagt Bassem immer?:“ Meine Landsleute brauchen uns hier und wir sind verpflichtet ihnen zu helfen!“

  3. der nun wieder permalink

    Juncker, der Schelm – oder: Deserteure sind nicht gleich Deserteure:

    Ha, ha, der Juncker, der kleine Aufsteiger aus Luxemburg!

    Deserteure empfange man nicht mit offenen Armen, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

    … sagt er im Hinblick auf die Briten!

    http://www.welt.de/politik/ausland/article156469966/Das-ist-nur-der-Auftakt-fuer-den-Kampf-um-Europa.html

    Nun muss noch Schulzes Martin seinen Senf (oder Alkoholdunst) dazu geben.

    So ist das mit dere Bigotterie! Desertierende Flüchtige, die ihre „Lieben“ im heimatlichen Chaos lassen, fallen nicht drunter. Die werden nicht nur mit offenen Armen, sondern gepampert empfangen.

    Den Briten kann man nur wünschen, dass sie dieses europäische Konstrukt der Uneinigkeit und Dummheit verlassen.

    • almansour permalink

      Der Dorfschulze von Würselen ist doch trocken! Seit den Achtzigern. Der rennt immer weg, wenn in Brüssel zu den Schnittchen Sekt gereicht wird und brütet derweil aus, wie man Europa voller macht mit dem Alkohol Abholden. Denn er ist zwar nur der Verwaltungsheini und Zeremonienmeister von einem Parlament, das ganz und gar nichts darf, aber kraft seiner abstinenten Wassersuppe pimpt und pumpt er sich auf zum am lautesten trötenden und krötenden Ochsenfrosch des Kontinents.

  4. almansour permalink

    Noch ein Kurzes zur Aufklärung (für die, die dem Link zur Welt nicht gefolgt sind): Mit ein wenig Menschenverstand betrachtet, wäre es schon Beschiss, wenn die App so funktionieren würde, wie der Anbieter seinen Nutzer das verkauft. In Wirklichkeit kriegen alle „Nutzer“ dasselbe alte Satellitenphoto auf ihr Smartphone.
    Eine feine Abzocke also der angeblichen Wohltätigkeit, die den Leuten hier Tag für Tag eingebleut wird. Das ist zynisch. Weit zynischer aber sind Kirchenfritzen wie Woelki und Bedford-Strom, die die moralisierende Abzocke auch noch mit Volksverhetzung verbinden. Jeder Tote mehr lässt diesen Klabautrermännern die Gloriole ihrer Selbsterhöhung heller scheinen, steigert die Frequenz, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Kein Wunder dabei, dass ihre Politik die Bedingungen für immer mehr Tote setzt.

    • der nun wieder permalink

      „Selig sind die, die da geistig arm sind, denn das Himmelreich ist ihr.“ (Matthäus 5:3)

      Daran halten die sich eben. Da geht man schon mal über Leichen, um dem Herrn näher zu sein. Zudem sorgt man auch für Märtyrer.

      Ich bin Atheist. Gott sei dank. 🙂

  5. der nun wieder permalink

    Statt „Gott“ benötigt man eigentlich nur gesicherte Grenzen:

    Frankfurt a.M.. Unbekannte haben ein Wandbild des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi in Frankfurt am Main zerstört. Das 20 mal 6 Meter große Graffiti im Osthafen sei zu einem großen Teil mit silberner Farbe überstrichen und der Parole „Grenzen retten Leben!“ überschrieben worden, teilte eine Sprecherin der Polizei am Mittwochmorgen mit. Klein daneben stehen die Worte „Fuck Antifa“.

    http://www.morgenpost.de/vermischtes/article207715469/Graffiti-des-toten-Fluechtlingsjungen-Aylan-Kurdi-zerstoert.html

    Gott lenkt eigentlich. Denken muss der Mensch alleine.

    http://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~Der%20Mensch%20denkt%20und%20Gott%20lenkt&bool=relevanz&suchspalte%5B%5D=rart_ou

    Sollte eigentlich auch der Woelki wissen. Aber wenn das Denken bereits bei ihm scheitert, dann nützt auch alle Lenkerei nichts …

    Möge er sich mit Tebartz der Elster zusammentun und dessen Luxuswanne aus Limburg als Flüchtlingsshuttle stiften.

    • almansour permalink

      Gute Aktion! Denn genau dieses Bild und die darum gerankte aggressive Propaganda verfälschen die Wirklichkeit und ermöglichen zynischerweise immer mehr Tote.
      Die Wirklichkeit: Erstens ist das tote Kind fürs Foto drapiert worden. Zweitens ist an seinem Tod zuallererst und eigentlich ganz grundsätzlich der eigene Vater schuld: Der hat, lt. britischen Pressemeldungen um sich in Deutschland die Zähne sanieren zu lassen, perverserweise das Kind auf das überfüllte Boot gehievt, nach anderen Darstellungen soll er sogar selbst an der Schlepperei beteiligt gewesen sein. Drittens ist es einmal grundsätzlich geschmacklos, wie das Bild missbraucht worden ist und viertens, hat sich ein Chinese namens Ai We Wei dabei besonders hervorgetan. Fünftens ist es einfach mal komplett ekelig, wie Merkel, unterBezugnahme auf dieses Kinderleichenfoto, dieses missbraucht hat, um illegale Einwanderung von nicht identifizierten Personen aller Herren Länder zu rechtfertigen, um die Unverletzlichkeit der Staatsgrenze, das Aufenthalts-, das Asyl- und das Sozialrecht zu unterlaufen wie nur irgendwas.

      Die Wanne in Limburg ist bekannterweise eine Doppelbadewanne, groß genug also für beide. Vielleicht können die Herren Bischöfe ungeachtet ihrer beiden unterschiedlichen Karriereentwicklungen zusammen in diese Wanne wie Ai Wei Wei das Ersaufen nachstellen. Wenn sie zu solchem Fototermin ein Quietscheentchen mitnähmen, würde ich ihnen das nicht verdenken.

    • Paul permalink

      http://www.pi-news.net/2016/06/antifa-bild-uebermalt-staatschutz-ermittelt/

      „Grenzen retten Leben“ und der Staatschutz ermittelt. Warum? Wer nicht für masshafte Einwanderung ist, ist gegen uns (Merkel, dt. Wirtschaft, Gutmenschen).

      Oder liegt es an dem Spruch „Fuck Antifa“. Bekannt sollte sein das auch innerhalb der „Antifa“Szene V-Leute arbeiten. Diese dürften jetzt beleidigt worden sein und ihr Arbeitgeber hat Anzeige erstattet wg. Beleidigung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s