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„Martenstein übernimmt den Tagesspiegel“

by - Juni 14, 2016

Martenstein übernimmt den Tagesspiegel, behauptet ein Franz Sommerfeld auf dem Blog CARTA. Und das findet er gar nicht gut. Kein Wunder, dass mogberlin, der Blogwart des Tagesspiegels, bekannt für seine Nazisprüche, sofort hetzt, wenn Martenstein schreibt. Sommerfeld ist ein ganz Spezieller, der aus dem Schoß gekrochen ist, der in Helldeutschland wieder fruchtbar und in großer Zahl seinesgleichen gebiert. Entdeckt haben ihn unser Leser Burgunder und Wolfgang Röhl auf „Die Achse des Guten“. Aber der Reihe nach.

 

Martenstein vor der Machtübernahme beim Lügel

Von Burgunder

Bevor sich hier die neueste Paranoia der Journaille manifestiert, eine kluge Analyse des NZZ-Autors Heribert Seifert (Veröffentlicht auf „Tichys Einblick“):

„Ist Gewalt gegen die AfD erlaubt – oder sogar erwünscht?

Da die heldenhaften antifaschistischen deutschen Journalisten durch den Fluch der späten Geburt daran gehindert wurden, den realexistierenden Nationalsozialismus zu bekämpfen, muss man halt mit dem Gegner vorlieb nehmen, der jetzt zur Verfügung steht. Und das ist die AfD. Seit ein paar Wochen rollt in Presse, Radio und TV eine Kampagne, die alle Ressourcen des Gewerbes aufbietet. Jeder Huster, jeder beiseite gemurmelte Halbsatz und selbst die Kleidungsstile von Vertretern jener Partei werden mit investigativen Furor ins Licht der Öffentlichkeit gebracht, kommentiert und beurteilt, auf dass dem Publikum bei der eigenen Meinungsbildung keine Fehler unterlaufen.“

Typisch, dass solche Analysen kaum mehr hier entstehen. Seifert wurde wegen ähnlicher Artikel bereits denunziert.

Einer dieser „heldenhaften antifaschistischen deutschen Journalisten“, Sommerfeld, hat den „Freitag“ mitbegründet und lobt jetzt das Fachorgan für das dumme Berlin so (CARTA):

„Der ‚Tagesspiegel‘ verfügt mit Giovanni di Lorenzo und Sebastian Turner über renommierte Herausgeber, mit Stephan-Andreas Casdorff und Lorenz Maroldt über engagierte Chefredakteure. Im Blatt erscheinen immer wieder interessante und tiefgründige Analysen und Leitartikel. Sie folgen, vielleicht ein wenig allgemein formuliert, den Werten der Aufklärung und Humanität.“

Ein solches Lob aus dieser Ecke sollte eigentlich Journalisten zur Selbstreflexion und zur Frage bringen, was sie falsch gemacht haben. Wird hier sicher nicht geschehen.
Für Sommerfeld ist das Ranschleimen nur der Aufhänger, seine eigenen unbegründeten diffusen Ängste zu artikulieren. Mit der Linie des verkappten Parteiorgans ist es nämlich angeblich bald vorbei:

„Martenstein übernimmt den ‚Tagesspiegel’“,

versucht er seine Jünger zu ängstigen. Ja, unter feindlicher „Machtübernahme“ geht es bei den Schändern und Mißbrauchern von Kategorien wie „Journalismus“ oder „Redakteur“ einfach nicht mehr. Regelmäßig auch bei den täglichen Verhinderern einer permanent dräuenden Machtübernahme durch den NS festzustellen. Meisner oder Jansen gelingt das nur noch unter Aufgabe aller journalistischen Standards und unter Verlust jeder Glaubwürdigkeit.

„Harald Martenstein wechselt zusehends ins Genre des politischen Leitartikels und gibt dem ‚Tagesspiegel‘ eine neue Farbe, mit der er den Zuspruch einer wachsenden Zahl von AFD Anhängern finden wird.“

Unbestritten ist HM schon lange der Farbtupfer im schwarz-weißen Einerlei des Kreuzberger Volksstürmers.

„Martensteins Leitartikel in der jüngsten Ausgabe ist ein gutes Beispiel für seine schlichte Methode: Er vereinfacht.“

Ausgerechnet von den großen und permanenten Vereinfachern beim Welterklären kommt ein solcher Vorwurf. Dieser Mainstream aus Gut-Böse/Freund-Feind/Schwarz-Weiß/Hell-und Dunkeldeutschland, aus Alternativlosigkeit, „Wir schaffen das“ usw. wagt den Vorwurf des Vereinfachens. Skrupelloser geht es kaum.

Damit ist wohl nach Fest, Matussek, Tichy usw. der nächste Unangepaßte zum Abschuss freigegeben. Für HM wird entscheidend sein, ob und wie lange der Islamische Beobachter ihn noch als Feigenblatt für Journalismus benötigt.

HM ist übrigens in guter Gesellschaft. Tichy berichtet gerade über einen Angriff auf Alexander Kissler (Cicero, Focus) in der Sonntags-FAZ:

„Im Feuilleton noch die pflichtgemäße Hinrichtung des Kollegen Alexander Kissler vom Cicero, der sich eine abweichende Meinung erlaubt und auch noch twittert; eine in Medienkritik abgepackte persönliche Peinlichkeit, geschenkt.“

Den Etablierten schwimmen die Felle weg, das Wasser steht ihnen bis zum Hals.

_______________________

Wolfgang Röhl über den Sommerfeld:

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch

Bei Sommerfeld währten die Zusammenhänge allerdings ziemlich lang. Als wackerer Ideologe machte er seit den 1970ern Karriere bei der DDR-finanzierten DKP, war Sekretär des DKP-hörigen „Marxistischen Studentenbundes Spartakus“, Redakteur des (für mich immer als Spaßlektüre unverzichtbar verhetzten) Studi-Magazins „Rote Blätter“. Später raschelte er im Umfeld von DKP-nahen Publikationen wie „Die Tat“ und die „Deutsche Volkszeitung“ (DVZ) herum. Als die DVZ nach dem Ende ihrer Ostberliner Geldgeber 1989 pleite „und anschließend in der Wochenzeitung ‚Freitag‘ aufging, gehörte Sommerfeld nach Selbstaussage zu den Neugründern“ (Wikipedia). Über das traurige Ende seiner Umlaufbahn durch den realsozialistischen Volksbeglückerorbit mährt sich Sommerfeld gelegentlich im Internet aus. Da kommen einem die Tränen. Vor Lachen.

Dann aber! Kriegt der wendige Sommerfeld rasch die Kurve. 1991 Reporter und 1997 stellvertretender Chefredakteur der „Berliner Zeitung“, 1999 Chefredakteur der „Mitteldeutschen Zeitung“, 2000 Chef des „Kölner Stadtanzeigers“, 2009 Vorstand der Mediengruppe M. Dumont Schauberg und 2014 der – sicherlich – hübsch vergoldete kapitalistische Ruhestand. So macht Kommunismus Spaß!

Zusammengerafft: Ein ehemals maßgebendes Mitglied des westdeutschen SED-Ablegers, nach dessen (natürlich nie auf der Agenda stehenden) Sieg in Westdeutschland jegliche öffentliche Äußerung unterdrückt worden wäre, die nicht SED-konform gewesen wäre, so ein Typ also macht bis heute Stimmung gegen publizistische „Abweichler“, wie Dissidenten in dem vom Sommerfeld einst heiß geliebten Ostblock genannt wurden. Was damals ein Berufsverbot als kommodeste Maßnahme inkludierte.

Sie sind noch da, die Feinde einer offen diskutierenden Gesellschaft. Beziehungsweise schon wieder. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.

 

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10 Kommentare
  1. derda permalink

    Oooooch….das tut mir aber leid…..

    Gewinneinbruch beim Spiegel: magere Jahres-Ausschüttung von nur noch 1000 Euro pro Mitarbeiter

    http://meedia.de/2016/06/16/gewinneinbruch-beim-spiegel-magere-jahres-ausschuettung-von-nur-noch-1000-euro-pro-mitarbeiter/

  2. Burgunder permalink

    Übernahme-Phantast Sommerfeld hat auf Zensurbuch Lügel-Turner zu Gast. Der verteidigt tatsächlich Martenstein. HM wird also noch eine Weile gebraucht.

    Die beiden alten Säcke verabreden sich schließlich noch auf eine Tasse Tee in Berlin. Sonst ist aber kein weiterer Sack umgefallen. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

  3. Burgunder permalink

    Sciencefiles resümiert Fehlschlüsse des „Rechtsextremismus-Forschers“ Hajo Funke so:

    „Wer diesen Unsinn glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.“

    Wo dieser Unsinn verbreitet wurde? Genau. Wo auch sonst.

    https://sciencefiles.org/2016/06/14/afd-hitlergruss-luegenpresse-funkes-kausalkette/

    Unter den gefühlt tausend weiteren Lügel-Artikeln zur angeblich rechtsradikal unterwanderten Fußball-EM sticht dieses Selbstbildnis der Lügelredaktion heraus:

    „Herrenmenschen mit Klatschpappen“

    Hallo Matze! Freunde gefunden?

    http://www.tagesspiegel.de/sport/deutsche-fans-bei-der-em-2016-herrenmenschen-mit-klatschpappen/13734352.html

  4. erneuter versuch die machenschaften des schmierigen deutlich zu machen, aber bislang stoßen wenig hinweise auf resonanz. dauernde wiederholung von altem, wie roths „nie wieder deutschland“ usw.
    dachte iegentlich, es geht um den sog. journalismus des tagesspiegels.

    veröffentlichungen der proforma artikel alle am späten nachmittag, täterklientels eindeutig, kommentare null, schnell versteckt im archiv weit unten. auffinden geradezu unmöglich, wenn man nicht gezielt sucht.
    andere artikel mit wesentlich früheren veröffentlichungszeiten landen in der reihenfolge ganz oben.
    so versteckt man fakten, die nicht erwünscht sind.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/prozess-um-eingeschleuste-banden-gefaengnisstrafen-fuer-chefs-von-diebesbande/13733904.html

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/berlin-spandau-raubueberfall-in-staaken-taeter-verlor-reisepass/13734420.html

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/in-berlin-wedding-schuss-ins-bein-aber-keine-strafanzeige/13734048.html

  5. Burgunder permalink

    Spruch des Tages:

    „Moscheeblätter“. Ein sich selbst als links begreifender Freund über SZ, ZEIT und Tagesspiegel.

    Heute bei Nicolaus Fest in seinem auch sonst wie immer lesenswerten Artikel
    http://nicolaus-fest.de/kulturkonflikt-sex-mit-minderjaehrigen/

  6. almansour permalink

    Hat immer was, wenn ich meine alten Genossen wiedertreffe. Diesmal den Franz Sommerfeld.
    Deren Karriere ist in gewisser Weise Bedingung dafür, dass ich keine habe. Denn von meinem Linksein ausgehend habe ich mich nicht darauf verlegt, dem stockreaktionärsten Muselkram hinterherzudackeln, die willige Glacis für den Heiligen Krieg zu spielen und deutsche Regierungspolitik in Hetzpropaganda zu potenzieren.
    Ich bin halt links geblieben, was für mich heißt, mich menschenverachtender Ideologie zu widersetzen, der religiös verbrämten Abstumpung die Stirn bieten, der Verniedlichung okkupativer Masseneinwanderung zu widersprechen – und kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es darum geht, die hinter diesen Entwicklung liegenden Interessen zu benennen und die politischen Kreise zu verteidigen, die derzeit Gegenstand permanenter Volksverhetzung sind.

    • der nun wieder permalink

      Ich würde sagen, das ist weniger „links“ als vernünftig, human und zivilisiert. Als früherer CDU – Anhänger würde ich mich Ihnen da sogar anschließen.

      • almansour permalink

        Das stimmt natürlich – wie man eben in vielen Fragen aus unterschiedlichen politischen Prägungen zu den gleichen Ergebnissen kommen kann, wenn man es eben ernst nimmt mit der demokratischen Meinungsvielfalt und der Freiheit der anderen.

    • Burgunder permalink

      Almansour, auf dem linken Telepolis-Portal gab es heute einen Kommentar, der das mit der Linken schön auf den Punkt bringt:

      mind.dispersal 14.06.2016 11:59 (zu Bündnis von Lovestorm und Deutschem Sozialismus)

      „Tja die Linke ist ja damit beschäftigt, Rechte zu verurteilen, den Islam zu schützen und Refugees willkommen zu heißen. Wen soll es da wundern, dass Rechte nun auf antikapitalistischen Demonstrationen die Oberhand haben. Man wird sich noch lange davon erzählen: ‚Die Linke ist irgendwann einfach implodiert‘.

      Warum? Man weiß es nicht.“

      Liebe Grüße, Burgunder

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