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Ehestreit, Beteiligte, Männer, Messer, Schaulustige

by - Mai 12, 2016

Ach, wir lieben die Wahrheitspresse, an erster Stelle natürlich den Tagesspiegel, das Sturmgeschütz des zeitgenössischen Antifaschismus und der friedlichen Religion. Diesmal berichtet er mittels Verklappung einer kurzen dpa-Meldung ins Internetportal über einen Ehestreit im Berliner Gesundbrunnen.

Über 50 Beteiligte waren beim Ehestreit dabei und rangeln wollten sie auch noch. Einen mutmaßlichen Angriff des Ehemannes gab es auch, aber keine Massenschlägerei. Die, also die Massenschlägerei, beschränkte sich aber vorwiegend auf den Bruder und den Ehemann. In der Polizeimeldung Nr. 1218 vom 12.5.2016 lesen sich die „mutmaßlichen“ Ereignisse so:

Erst nach Einsatz von Reizgas ließen sich die beiden 25 und 28 Jahre alten Kontrahenten auseinander bringen. Während der Festnahme des 25-Jährigen leistete dieser starken Widerstand und befreite sich immer wieder aus dem Griff der Beamten. Nur mit Mühe gelang es den Polizisten, ihm die Handfessel anzulegen und ihn am Boden zu fixieren. Die Frauen, die vorher versucht hatten, die beiden Streitenden voneinander zu trennen, gingen jetzt auf die Polizisten zu und versuchten auf die Festnahme einzuwirken. Während des Polizeieinsatzes wuchs die Menge der Schaulustigen und Familienangehörigen der Kontrahenten auf bis zu 70 Personen an. Innerhalb dieser größeren Gruppe kam es immer wieder zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Personen. Erst mithilfe weiterer Polizisten, den Einsatz körperlicher Gewalt und einer weiträumige Absperrung der Grüntaler Straße ließ sich die Situation letztlich vollständig beruhigen.

Die Beamten beschlagnahmten ein Messer, das nach Zeugenaussagen während der Auseinandersetzung in der Wohnung eingesetzt worden sein soll, und schrieben Strafanzeigen wegen Körperverletzung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes. An dem Einsatz waren fast 50 Polizeibeamte beteiligt.

Die Frauen, die vorher versucht hatten, die beiden Streitenden voneinander zu trennen, gingen jetzt auf die Polizisten zu und versuchten auf die Festnahme einzuwirken. Kann man es besser ausdrücken? Wann lesen wir, sollte es vorkommen, dass Rechte auf Polizisten „zugehen“ um auf die Festnahme „einzuwirken“?

Maria Böhmer - SpruchHach, wir lieben die Wahrheitsszene und wir lieben das Sturmgeschütz des zeitgenössischen Antifaschismus und der friedlichen Religion. Und wir lieben auch die überbordende Herzlichkeit und Lebensfreude derer, deren Herkunft so schamvoll verschwiegen wird. Wir meinen, es hat doch schon einen leichten Anflug von Rassismus, wenn der Tagesspiegel durch Verschweigen wichtiger Informationen die Dunkeldeutschen daran hindert, der kulturellen „Bereicherung für uns alle“ teilhaftig zu werden.

Im Gesundbrunnen ist immer was los, speziell in der Badstraße. Unser Autor, so nennt der Tagesspiegel seinen Philipp Juranek, ist ganz begeistert von der Badstraße. Ich will es, ich liebe es, rief er schon vor fast drei Jahren begeistert.

Dass es ein Abenteuer ist, was die Badstraße nicht nur dem Ortsfremden bietet, haben wir im Artikel Abenteuer Badstraße dokumentiert. Hei, was kann man da erleben. Wir haben am 29.11.2013 im verlinkten Artikel für einen kurzen Zeitraum aufgelistet, welche Herzlichkeit und Lebensfreude nur in der Badstraße herrscht. Einbruch, Raub, Drogenhandel, Überfälle, es ist alles dabei, was zur Lebensfreude gehört. Dass es „unser Autor“ will, dass er es liebt, ist verständlich. Was wir nicht wissen, ob er da noch lebt und wie er es überlebt hat.

Und wir lieben den Hassmanager des Forums. Er hat in fast sechs Stunden nur acht Kommentare zugelassen (Stand 12.5.2016, 17:30 Uhr. Update: Jetzt sind es neun, Stand 13.5.2016, 10:00 Uhr). Mit dabei aber mogberlin, der Vorzeige-Nazi und Blogwart der Tagesspiegelforen. Der Blogwart, ausgezeichnet mit einer vielleicht sogar noch entwicklungsfähigen Intelligenz, macht mit ausgesuchter Dummheit deutlich, was der Artikel verschweigen wollte. Lesen Sie selbst. Ein herzliches Dankeschön an den Hassmanager.

Nachbemerkung:

Die Berliner Zeitung ist schlauer. Sie berichtet zwar über den Diskurs per Messer, schreibt wie der Tagesspiegel aber auch nur von Schaulustigen und Männern. Kommentare sind keine zugelassen, so kann niemand das Korrekte in etwas verwandeln, was nicht korrekt ist.

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6 Kommentare
  1. nicht nur der „Vorzeige-Nazi und Blogwart der Tagesspiegelforen“ , auch andere machen sich zum klops durch die üblichen relativierungen

    ……. von 2010ff
    12.05.2016 16:38 Uhr

    Früher wurde so was verfilmt…
    …und hieße dann „Vier Fäuste für ein…“

     von frittzzthecat
    12.05.2016 10:29 Uhr
    

    Nun ja, …
    besser in der Öffentlichkeit, als im trauten Heim, wo eine Eskalation bis hin zu Tötungsdelikten leichter passieren kann.

    Andere Länder, andere Sitten 😉

    Schön, dass es den Polizeiticker (offiziell: Pressestelle des Polizeipräsidenten) gibt, sonst wüssten wir Onlineleser erst morgen aus der Printausgabe, was so weltbewegendes geschehen ist………….

    tja, wie das wohl bei deutschen tätern ausgesehen hätte?

    noch ein kleines rätsel gefällig? um welches ethnisches klientel hat es sich hierbei wohl gehandelt?
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-neukoelln-fussgaenger-umgefahren-und-einfach-gefluechtet/13586476.html

    ganz nebenbei, der artikel über die vierjährige schaffenspause in der berliner justiz ist bereits im nirwana verschwunden. gerade mal 5 kommentare waren erwünscht

  2. gerade mal vier jahre hat die justiz bis zum prozeß gebraucht und jetzt steht schon fest, dass keiner als „großer verbrecher“ angesehen wird und die bewährungsfreisprüche stehen ebenfalls fest, wenn überhaupt irgendwer verurteilt wird.

    vier jahre…glanzleistung des systems!

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/prozess-nach-toedlicher-schlaegerei-tod-nach-fehlpass-zwoelf-angeklagte-vor-gericht/13588794.html

    viele hier werden sich an die damalige berichterstatung im schmierigen erinnern. der in notwehr erstochene angreifer wurde, ganz auf der noch heutigen geltenden linie, als guter junge und angeblicher streitschlichter verkauft. erstochen vom bösen deutschen, erst später wurde seine rolle klar.

    die allseits bekannten forumsschwachköpfe von heute, waren schon damals in der rolle und ihre postings ähnlich dämlich wie heute.

    • man hätte es fast ahnen können. wem sagt der name schweckendiek, richter helmut schweckendiek?

      richtig, der hier:
      https://diskurskorrekt.wordpress.com/2014/02/08/richter-helmut-schweckendieck-sitzt-zu-gericht/
      ebenfalls vorsitzender im prozess jonny. k.

      ………..Der Richter beruhigt dann auch die zwölf jungen Männer: „Was hier am Ende auch immer rauskommt. Es geht für keinen um Kopf und Kragen. Als großer Verbrecher wird keiner angesehen.“ Fraglich sei, ob der Vorwurf des schweren Landfriedensbruches überhaupt erfüllt ist. Schließlich war Ziel der Gruppe nur eine Person. „Aber wir wollen endlich wissen, was damals wirklich los war. Ehrlich und offen. Damit endlich Frieden einziehen kann.“…….

      http://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/messer-tod-nach-fussballspiel-in-neukoelln-was-war-damals-wirklich-los

      • Susi Sorglos permalink

        „Als großer Verbrecher wird keiner angesehen.“

        Man glaubt das alles nicht mehr.
        Die Äußerungen dieses Richters sind immer wieder so verhamrlosend, dass ich mittlerweile glaube, der hat Angst um sein Leben.

        • alles gar nicht schlimm, geht ja um nix.

          http://www.tagesspiegel.de/berlin/chronik-einer-messerstecherei-es-war-ein-schoener-tag/7493528.html

          …….Da deutete Hilal plötzlich mit dem Finger auf Percy und mich und sagte „Die beiden Deutschen, der und der.“
          Black, der den Streit mit Hilal gehabt hatte, war abgehauen. Es hieß, Hilals Klan gegen Olli und Percy.
          Das war Rassismus. Er wollte das nicht wahrhaben. Verschließ nicht die Augen, sagte ich. Warum hat es auf dem Platz plötzlich geheißen, „die beiden Deutschen“, he? Du warst auch dabei. Warum ging es nicht gegen dich?…..

          die beiden deutschen, obwohl anfänglich gar nicht beteiligt, wurden als täter beschuldigt, nur weil sie die einzigen deutschen waren. es ging bei dem rachefeldzug gegen zwei anfänglich unbeteiligte deutsche.
          und nun stellen wir uns das umgedreht vor, ob der richter sich dann auch so geäußert hätte?
          wie hätte da wohl die damalige berichterstattung ausgesehen.
          den verlinkten artikel zur zusammenfassung kommentierte dann nur noch einer, niemand wollte es hinterher so genau wissen.

          typisch für das blatt und die üblichen schwachköpfe im forum

  3. Susi Sorglos permalink

    Solche Beiträge erschienen vor 5 Jahren im Lügel:

    „Deutsche in Wedding Zu Hause geblieben und fremd geworden

    Sie sind in Wedding geboren worden, aufgewachsen, nie weggegangen, seit drei Generationen. Das hat die Königs einsam gemacht. Wie es ist, sich als letzte Deutsche in der eigenen Welt fremd vorzukommen“

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/deutsche-in-wedding-zu-hause-geblieben-und-fremd-geworden/4504750-all.html

    Voll der Nazi – so würde man wohl heute Frau Keller bezeichnen.

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