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Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 12

by - März 31, 2016

Heute: Qualitätsmedien und Realität

Von Columbo

Was aussieht wie eine Ente, quakt wie eine Ente und watschelt wie eine Ente, ist in den allermeisten Fällen auch eine Ente. Anderer Ansicht: Tagesspiegel Causa. „Argumente, Autoren, Zusammenhänge.“

Die Silvesternacht in Köln, hunderte Frauen und Mädchen werden Opfer sexueller Belästigungen, Erniedrigungen und Gewalt. Täter: Junge Migranten, Asylbewerber, so genannte Flüchtlinge aus Nordafrika, Syrien, Afghanistan.

Die Vorfälle in Köln haben ein hohes Maß an Spekulationen über die Ursachen sexistischen Handelns junger nordafrikanischer Männer hervorgerufen. Dabei haben Herkunft und Religion wenig Einfluss auf die Entwicklung aggressiven Verhaltens. Eine viel größere Rolle spielen massive Gewalterfahrungen in der Kindheit und die konkrete Handlungssituation.

Meint Haci Halil Uslucan, Wissenschaftlicher Leiter Zentrum für Moderne Türkeistudien und Intergration, Universität Duisburg-Essen.

Rund 110.000 Flüchtlinge halten sich derzeit in Baden-Württemberg auf. Sie stellen also rund ein Prozent der Bevölkerung und sind für rund fünf Prozent der Straftaten verantwortlich. Laut einer Analyse des Landeskriminalamts in Dresden ist in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres etwa jeder zehnte Zuwanderer als Verdächtiger einer Straftat aufgefallen, Verstöße gegen das Ausländerrecht nicht gerechnet. Aber:

Unter Flüchtlingen gibt es nicht mehr Straftäter als unter Einheimischen.

Weiß Ulf Küch, Leiter der Kriminalpolizei in Braunschweig.

Ende Februar gab Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) bekannt, dass 2015 in NRW „von 100 Marokkanern 33,6 und von 100 Algeriern 38,6 straffällig“ geworden seien.

Ob es einen Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität gibt, ist allerdings höchst umstritten. Immer wieder werden Statistiken ins Feld geführt, die zeigen, dass die Kriminalitätsrate unter Migranten viel höher ist als unter Deutschen. Tatsächlich ist der Anteil inhaftierter Migranten höher als der von Deutschen. Es wird aber oft vergessen, dass der Anteil straftätig gewordener Migranten insgesamt immer noch relativ gering ist und dass in die Bewertung solcher Quoten einbezogen werden muss, dass Migranten oft einen ungünstigeren sozioökonomischen Hintergrund haben als durchschnittliche Deutsche.

Findet Marc Helbling, Politikwissenschaftler, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Der Anteil ausländischer, also überwiegend türkischer und arabischer Straftäter an Sexualdelikten – Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung – liegt im Durchschnitt der letzten Jahre konstant über 30 %, bei einem Anteil an der Bevölkerung von etwa 5 % begehen muslimische Migranten also sechsmal häufiger Sexualtaten als Deutsche. Dennoch:

Historische deutsche Ängste prägen die Debatte um das Kriminalitätsrisiko von Flüchtlingen. Diese tiefe kulturelle Verwurzelung könnte erklären, warum die Debatte in radikalen Kreisen so stark von Faktenresistenz geprägt ist. Besonders gefährlich sind diese Stereotype dann, wenn sie Empathie und Humanität überlagern.

Schreibt der Psychologe und Traumatherapeut Jan Ilhan Kizilhan.

Das alles verkündet die Qualitätszeitung Tagesspiegel in ihrem Extraqualitäts-Ableger „Causa“. Quak.

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Verständnisfragen beantwortet:

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 11

Pragmatismus

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 10

Der richtige Zeitpunkt

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 9

Asyl-Arithmetik

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 8

Gewalt im ÖPNV

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 7

Ausbildungsdiskriminierung

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 6

Logische Zusammenhänge

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 5

Demokratie

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 4

Ursache und Wirkung

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 3

Die Berliner Justiz

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 2

Oranienplatz

Die Welt verstehen mit DiskursKorrekt – 1

Die Berliner Justiz

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One Comment
  1. Susi Sorglos permalink

    Eine andere aktuelle Studie des WZB zu einem anderen Thema – ob der Lügel darauf auch hinweisen wird?

    „Muslime auf dem Arbeitsmarkt
    Mangelnde Sprachkenntnisse und traditionelle Wertvorstellungen hemmen Beteiligung

    Mangelnde Sprachkenntnisse, traditionelle religiöse Wertvorstellungen und begrenzte interethnische Kontakte hemmen weit mehr die Arbeitsmarktbeteiligung von muslimischen Migranten in Europa als ethnische Diskriminierung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Ruud Koopmans, dem Leiter der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).“

    https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/muslime-auf-dem-arbeitsmarkt

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