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Die Alte Linke und ihre Hoden

by - Dezember 20, 2015

Von Hebold

An der Armseligkeit der Argumentation erkennt man meistens die Schwächen des Argumentierenden. So auch bei Volker Zastrow, der sich an diesem Wochenende in der FAZ schon wieder als Gespensterverscheucher versucht. Sein Zielobjekt: Die Neue Rechte. Speziell ein Referat des AfD-Politikers Höcke, das seit Wochen die Runde macht unter den Schwachmaten der Alten Linken. Unter dem Titel »Höckes Rassentheorie« heißt es:

Die Neue Rechte pflegt einen ganz besonderen Sound. Sie verbirgt Unkundigen, was sie den Kundigen enthüllt. Das Referat des AfD-Politikers Höcke über das Fortpflanzungsverhalten von Afrikanern ist kein Einzelfall.

Schon im ersten Satz verrät Zastrow, dass es ihm nicht um Argumente geht, sondern um »den Sound«. Mit anderen Worten: Zastrow sagt mehr oder weniger deutlich, dass es ihm an Argumenten mangelt. Der zweite Satz gehört dann in die Kategorie feuilletonistisches Geschwurbel: Als wollte der des rechten Gedankenguts beschuldigte dem Kundigen etwas enthüllen, was er dem Unkundigen verhüllt.

Es versteht sich, dass Zastrow sich zu den Kundigen zählt. Also klärt er uns, die Unkundigen, auf. Das klingt dann so. Aus dem Rittergut Schnellroda:

fand Ende November unter dem Titel „Ansturm auf Europa“ ein Herbstkongress statt, den Höcke mit einer einstündigen Festrede eröffnete. Er sprach über den „asylpolitischen Amoklauf von Frau Dr. Angela Merkel“ und gleich darauf über die unterschiedlichen „Reproduktionsstrategien“ Europas und Afrikas. Das sei „phylogenetisch“ vollständig nachvollziehbar – das Fremdwort verbirgt Unkundigen, was es dem Kundigen enthüllt: den völkischen Standpunkt.

Aha! Das Fremdwort »phylogenetisch« verbirgt also den »völkischen« Standpunkt, der dem Kundigen ausdrücklich enthüllt werden soll. Nun, das kann man Zastrow nicht vorwerfen: Dass er irgendetwas verhüllt. Nein, er fällt mit der Tür ins Haus und macht deutlich, dass er den Referenten in die »völkische«, spricht die nationalsozialistische Ecke schieben will, von der jeder mit Diffamierungsstrategien vertraute weiß, dass sie tödlich ist. Was hatte der von vielen Seiten Attackierte geschrieben bzw. gesagt? Laut Zastrow:

„In Afrika“, erklärte Höcke, „herrscht nämlich die sogenannte r-Strategie vor, die auf eine möglichst hohe Wachstumsrate abzielt. Dort dominiert der sogenannte ,Ausbreitungstyp‘. Und in Europa verfolgt man überwiegend die K-Strategie, die die Kapazität des Lebensraums optimal ausnutzen möchte. Hier lebt der ,Platzhaltertyp‘.“ Und weiter: „Das Auseinanderfallen der afrikanischen und der europäischen Geburtenrate wird gegenwärtig natürlich noch durch den dekadenten Zeitgeist verstärkt, der Europa fest im Griff hat. Kurz: Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.“

Man muss Höckes Mut bewundern, im Jahr 2015 solche Sätze zu sagen. Denn eines ist sicher: Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Der Autor wird statt dessen niedergebrüllt. Schon der nächste Satz von Zastrow macht das deutlich:

Diese Bemerkungen haben viele Menschen entrüstet, auch in der AfD.

Menschen haben sich entrüstet. Steht hier nicht auch: Wer sich nicht entrüstet ist kein Mensch, sondern wahrscheinlich ein Rechter? Bei einem Autor wie Zastrow darf man Absicht bei der Bildung solcher Sätze annehmen. Zufall ist das jedenfalls nicht.

Dann kommt Zastrow zum Kern, den folgenden Satz:

„Gegen die Verheerung des Geistes, die Wüste in uns – und gegen den vollen Durchbruch der entortenden Konsequenzen dieser Verheerung, die im millionenfach aufgebrochenen, angeblichen Flüchtling eine ihrer Gestalten angenommen (oder gefunden) hat.“

Nein, dieser Satz, dem Zastrow zumindest Sprachgefühl zugesteht, ist ein Exemplar jener Neuen Rechten, die dem Kundigen enthüllen, was sie dem Unkundigen verhüllen. Und was wird nun enthüllt? – Sicher, das Wort »Entortung« ist aus der Mode gekommen. Nur: Was hat es mit »völkisch« zu tun? – Richtig: Nichts. Die Verbindung stellt Zastrow dann über ein nicht benanntes Gottfried Benn Zitat und Hinweisen auf den „großartig kalten Stil“ des Faschismus her. Was das allerdings mit Höcke zu tun hat, wird Zastrow selber nicht wissen.

Im letzten Drittel seines Beitrags versucht sich Zastrow dann doch an einer Art Argumentation, indem er über die Dörfer verschiedener Thesen und Personen zieht, die alle nur eines vermitteln sollen: Höcke hat es gewagt, von Schwarzen als anders als Weiße und Asiaten zu reden. Wer das tut, erleidet den wissenschaftlichen Tod durch die gutmenschliche Inquisition. Den einzigen wissenschaftlich relevanten Satz kann man dabei schnell überlesen. Er bezieht sich auf den Theoretiker, der die sogenannte R- und K-Theorie entwickelte, auf den sich Höcke beruft:

Allerdings sei er nicht widerlegt worden.

Was aber nicht widerlegt ist, ist zumindest nicht falsch. Das wissen auch jene, die des popperschen Falsifizismus unkundig sind.

Macht aber nichts. Die Inquisition ist schließlich die Inquisition:

Vonderach riet allerdings, die „differentielle K-Theorie“ beiseitezulassen, wenn man „im Zusammenhang gesellschaftlicher Fragen auch genetische Sachverhalte berücksichtigen“ wolle – damit man nicht in die Verlegenheit komme, „mit der Hodengröße argumentieren zu müssen“. Das immerhin hat Höcke nicht getan.

 

 

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6 Kommentare
  1. Paul permalink

    Die junge „Linke“

    Bundessprecherin der Linksjugend wird von Flüchtlingen missbraucht und entschuldigt sich

    http://www.schindluder.net/14203/bundessprecherin-der-linksjugend-solid-wird-von-fluechtlingen-missbraucht-und-entschuldigt-sich/

    • Paul permalink

      Moderne Fabel

      Eine Maus lernt zwei Katzen kennen und lädt sie zu sich nach Hause zum Essen ein.

      Zu Hause angekommen, stürzen sich die beiden Katzen auf die Maus.

      Die Maus wird bei dem Angriff verletzt, die Katzen sind flüchtig.

      Eine erste Stellungnahme der Maus zu diesem Fall:

      .

      “Es ist falsch, wegen dieses Einzelfalls Katzen unter Generalverdacht zu stellen.

      Was mir passiert ist, hätte jedem anderen auch passieren können.

      Ich war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

      Außerdem gibt es viel mehr gewalttätige Mäuse als Katzen!

      Ich wünsche den Katzen alles Gute.”

  2. almansour permalink

    Hätte Höcke vom „Kultur“ statt von „Typ“ gesprochen, dann hätte er mit seinen Ausführungen genau jenen Ton getroffen, den die neue (nicht die alte) Linke gerne aufsetzt, um die prinzipielle Überlegenheit der „Kulturen“ der „People of Colour“ gegen über dem verhassten „Weißsein“ hat, zu betonen.
    Und ist es nicht auch ständiger Tenor dieser neuen Linken, zu betonen, welch ein geradezu naturgegebenes Recht die sich ausbreitenden „Flüchtlinge“ zur sogenannten „Flucht“ hätten, wo doch die gemeinen „Weißen“ ihnen seltene Erden rauben würden und zudem jede x-beliebige Naturkatastrophe von den „Weißen“ gemacht wäre, weil die ja schuld am Klimawandel seine.
    Wo also sind die Rassisten? Diejenigen, die die bisher zumindest weithin als selbstverständliches Recht aufgefasste Meinung vertreten, ein jedes Land sollte souverän darüber entscheiden, wer seine Grenzen überschreitet? Oder diejenigen, die sogenannten „People of Colour“ zusprechen, jegliche staatlichen Souveränitätsrechte niedertrampeln zu dürfen und ihr Ausbreiten als Beglöückung zu behaupten?

  3. Burgunder permalink

    Zum Thema Hoden sollte man mal bei Klonovskys Acta diurna vorbeischauen. Eine knappe Formulierung und – Treffer.

    Hier gehts auch ganze ohne Hoden weiter:

    Welches Blättchen ist gemeint? Ich habe da mal was mit einem „X“ ersetzt.

    Auf JourWatch beginnt Thomas Böhm seinen Rant
    „Klappe halten, Käßmann!“ so:

    „Auch Margot Käßmann scheint, wie viele ihrer Kollegen, nicht mehr von dieser Welt zu sein. Im Propaganda-Heftchen der deutschen Imame, dem „X“, darf die offensichtlich schwer verwirrte Dame mal wieder mächtig einen raushauen …“

    Bei „X“ handelt es sich um, na? Genau! Der! Was auch sonst …

    http://journalistenwatch.com/cms/klappe-halten-kaessmann/

  4. Der nun wieder permalink

    Gucken Sie mal auf des Zastrows Portrait, findet man den Hinweis, dass er als wichtigste Auszeichung zum „Pascha des Monats“ gekürt wurde. Das sagt dann schon alles über seine Kompetenz seines iinkompetenten Geplapper.

    Da reflektiert er nun auf Kubitschek, Karlheinz Weißmann und Dieter Stein nahezu lobend, grenzt sie ab vom Hocke, dass es schon anbiederisch wird. Na wenigstens spricht er rechtsintellektuell, somit darf ja dann Höcke mit dem neuen Modewort der Wahrheitspresse (völkisch) beworfen werden.

    Dabei hat ja Hocke im Kern seiner Aussagen völlig Recht. Ist man jedoch zu dusslig, Inhalte richtig zu verstehen und realitätsbezogen zuzuordnen, bleibt halt nur argumenationsloses Geschwafel.

    Hierzulande wird nun mal einigermaßen vernunftorientiert gerammelt, während es in afrikanoschen Gefilden nun mal etwas heftiger zugeht, zumeist auch nicht selten mit Gebärmaschinen recht unimanzipierter Prägung. Grausam Beschnitten soll das Lustobjekt zumeist sein und möglichst Jungen gebären. Im Übrigen sind die rückständig ohne Rentenversicherung abgesicherten Dunkelpigmentierten auf viele Kinderchen angewiesen, damit wenigstens Einige überleben im ebenso defizitären Gesundheitswesen, um später die alten halbwegs zu versorgen.

    Was das nun mit den Eiern der Linken zu tun hat, verstehe ich nicht so ganz.

    Vielleciht wollte Zastrow ja einen Bogen spannen zum GröFaZ, der ja – nach neuesten Erkenntnissen – eher eineig und dem Fortpflanzungsgedanken gar nicht verinnerlicht hatte (ein Glück, übrigens). Dass dem nun gar ausgerechnet Ultralinke und Islamradikale die Ideologier klauen, wird ihn in der Hölle kichern lassen.

    http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article150109063/Der-wahre-Grund-fuer-Hitlers-gestoertes-Sexleben.html

    Na ja, da sind sie sich dann tatsächlich ähnlich. Die Links- und die Rechtsfaschisten. Hinsichtlich Mißbildungen, meine ich,

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