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Liveticker Lügenpresse: Das Sonntagsspiel – 2. Halbzeit

by - Dezember 13, 2015

Von Hebold

Die zweite Halbzeit beginnt bei der FAZ wie immer: Pegida und Dresden. Auf diese Stadt fokussiert sich der Blick der Gutherrenmenschen Deutschlands. Und auf die ca. 10.000 allmontäglichen Demonstranten. Und weil es offenbar nicht geholfen hat, den linken Saalschutz zu schicken oder auf sinkende Touristenzahlen zu verweisen, schreit man heute Alarm an der Dresdener Uni: »Wo Fremdenhass herrscht, will niemand studieren«:

„Wir treiben die Politik vor uns her!“, johlen die Pegida-Marschierer. Mit ihrem Hass verjagen sie Ausländer aus Dresden. Die Universität und das Max-Planck-Institut spüren die Folgen.

Ich lasse mal offen, ob die Berichterstattung der staatlichen Medien der wirklich Grund ist oder PEGIDA. Denn schon der Beginn des ersten Absatzes zeigt, wie dümmlich die Schreiberin ist:

Eine Frau verkauft einem japanischen Touristen auf dem Weihnachtsmarkt ein Lebkuchenherz. Vierhundert Meter entfernt auf dem Theaterplatz brüllen sie: „Wir wollen keine Asylantenheime.“

Ob Fräulein Jaeger jemals im Reich der aufgehenden Sonne gewesen ist? Ich fürchte nicht. Denn dort will man definitiv keine Muslime. Und man macht daraus nicht mal einen Hehl. Und Asylanten nimmt schon gar keine auf. Antipathien dürften die Demonstranten also schwerlich auslösen können und ganz sicher keine Flucht. Ganz im Gegenteil: In Japan würde man PEGIDA verstehen. Nur braucht man dort keine PEGIDA, weil die Regierung keine Politik der Selbstzerstörung betreibt.

Weil die Parolen voller Hass sind und weil der Rhythmus und die Regelmäßigkeit der Demonstrationen so eingespielt wirken. So geht es vielen Dresden-Besuchern, von denen es in diesem Jahr erstmals weniger als im Vorjahr gibt.

Seltsam – einen Beleg für den angeblichen Besucherrückgang gibt der Beitrag uns nicht. Dafür erfahren wir, wie ein angesehener Molekularbiologe PEGIDA einschätzt:

Anthony Hyman ist ein großer Mann mit einer weichen Stimme, aber wenn er von Pegida spricht, wird sein Ton hart. … Pegida und all die Berichte über das braune, fremdenfeindliche Dresden seien eine Katastrophe für den Forschungsstandort, sagt der Zellbiologe.

Wie benebelt muss das Fräulein von der FAZ gewesen sein, als es seinen Bericht verfasste? Der Biologe gibt nämlich nicht etwa PEGIDA die Schuld, sondern ausdrücklich den Berichten. Und das ist durchaus nicht dasselbe. So merkt sie offenbar nicht einmal, welcher Widerspruch zu ihrem Bericht im folgenden liegt:

Jedem harten Satz über Dresden schiebt der Brite Anthony Hyman einen weichen Satz hinterher: „Ich liebe diese Stadt.“ Er und seine Wissenschaftler seien glücklich in der sächsischen Hauptstadt, sie genössen die vielen Theater und Museen und – ja, vor allem – die Gastfreundschaft der Dresdener.

Also wat denn nu? Oder hat der Brite einfach die 500 Jahre mehr Demokratie in den Genen, die Germanen so fehlen? Kann er mit den Demonstranten gut leben? Sieht er am Ende womöglich selbst die Gefahr einer Islamisierung? Denn darum und nur darum geht es PEGIDA. Auch wenn die Schmutz- und Lügenpresse gerne das Gegenteil suggeriert. Nur fällt der britische Biologe auf diese Masche nicht rein. Dafür fällt das Fräulein von FAZ auf sich selber rein:

Hoteliers rechnen mit weniger Touristen – die Polizisten, die wegen der montäglichen Demonstrationen aus anderen Städten anreisen und in Dresden übernachten, gleichen das Minus bei weitem nicht aus. Aber der Politikwissenschaftler Werner Patzelt warnt davor, Pegida für alles verantwortlich zu machen: weniger Übernachtungen, schlechtes Image, Angst der Wissenschaftler. Schon jetzt würden die Demonstrationen als Argument für innerstädtische Machtkämpfe benutzt.

Guter Journalismus würde hier mit dem Fragen beginnen. Die FAZ hört hier auf.

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One Comment
  1. B78 permalink

    2009 war ich für 14 Tage in Tokio und Kyoto. Gerade in Tokio sieht man ja Massen von Menschen. Damals war ich schon sensibilisiert und zählte die Kopftücher, die ich auf der Straße sah. Es waren neun.

    Beim Umsteigen auf dem Rückflug, ich glaube es war in Rotterdam, waren es mehr als doppelt so viele.

    B78

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