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Tagesspiegel: Ein Flop schwurbelt

by - Oktober 30, 2015

Von Columbo

Sie sind ein Flop“, attestierte die Dame von der Ausländerbehörde dem Mindestlohnschreiberling Mohamed Amjahid, eine Diagnose, der wir nicht widersprechen wollen. Den Laienjournalisten, der so gerne wie ausschließlich über Reizthemen wie PEGIDA (schlimm!), Rassismus (überall!), Islam (friedlich!) und Einwanderung (nötig!) schreibt, hat es jüngst in die schwule Szene verschlagen. Die hat nämlich auf einer Podiumsdiskussion darüber geredet, ob es rassistisch ist, wenn Schwule auf offener Straße von Türken und Arabern beleidigt und angegriffen werden. Also nicht rassistisch von den Tätern, sondern den Opfern. Hä?, denken Sie jetzt, aber warten Sie ab.

Dieser Artikel ist ein Lehrstück in Sachen Bullshit-Journalismus – inhaltlicher wie sprachlicher Nonsens vom ersten bis zum letzten Wort. Zunächst darf man wohl getrost annehmen, dass 95 Prozent aller Gewalttaten in Berlin gegen Schwule und Lesben, vom Anpöbeln über Anspucken bis Verprügeln, von muslimischen Migranten verübt werden. Das ist vergleichbar mit Attacken auf Juden. Ob das ein Ausdruck von Minderwertigkeitskomplexen ist, kompensiert durch übertriebenes Machogehabe, ob es islamisch-religiös begründet ist oder sozio-kulturell, ob hier die jenem Kulturkreis inhärente Aggressivität auf generellen Hass gegen Minderheiten trifft – geschenkt, vermutlich ist es eine Kombination aus allem, nach dem Motto, in unserer Heimat würde man dich Schwuchtel am nächsten Kran aufhängen, sei froh, dass ich dich nur ins Koma prügle, allahu akbar!

Soweit bekannt. Vermutlich ist es aber eine Sache des dekadenten Zeitgeistes übersättigter westlicher Gesellschaften, aus dieser Diagnose einen Rassismus-Vorwurf zu stricken. Mir persönlich ist es ja egal, ich habe mit diesem Milieu nichts zu tun, und als homophober Rassist würde ich in diesen Kreisen vermutlich ohnehin gelten. Aber in der schwulen Szene brodelt es – denn die hat sich natürlich auch ihre Gedanken gemacht und ihre Schlüsse gezogen und sieht sich nun Anfeindungen ausgesetzt. Rassismus sei es, über „vermeintliche“ Homophobie unter Migranten überhaupt nur zu reden. So denken die bedauernswerten Randgestalten, die sogar Pippi Langstrumpf für rassistisch halten. Folgender Dialog verdeutlicht den grassierenden Idiotie-Virus wie kein anderer:

Sagt der eine: „Wer schon einmal im Bus oder in der U-Bahn von Migranten aufgrund seiner oder ihrer Transidentität fast gelyncht wurde, täglich bespuckt, und angepöbelt wird, dem kann man eine gewisse Abneigung gegen diese Klientel nicht verdenken.“

Sagt der andere: „Homophobie mit Rassismus bekämpfen, ist ziemlich dumm.

Und dann ist da TeilnehmX Yilmaz-Güney. „Es ist eine Behauptung, dass Migranten anders und homophober als die Mehrheit dieser Gesellschaft sind.“ Eine Behauptung – nur eine Behauptung, eine unbewiesene. Und: „Es lohnt sich für Schwulenorganisationen, das rassistische Business mitzumachen.“

So reden sie also miteinander, allerdings nicht jeder mit jedem, ein TeilnehmX sagte sogar ab: „mit der Begründung, sie könne nicht mit Nicht-Betroffenen, also weißen Queeren über ihre Erfahrungen diskutieren.“

Wie lustig ist das denn. Und damit kommen wir zum schreibenden Flop. Das war – sorry für die Polemik – natürlich kein TeilnehmX, der oder die da abgesagt hat, sondern ein/e „Teilnehmer_in“. O-Ton Amjahid. Der bedauernswerte Mann glaubt, die korrekte Verwendung der Gendersprache könne seine Karriere beschleunigen. Beim Tagesspiegel nicht einmal ausgeschlossen.

Und so geht es weiter: die Teilnehmer und Betroffenen sind nicht schwul und nicht lesbisch, sondern durchgehend „queer“. Zu Wort („CDU ist scheiße“) meldet sich außerdem eine „queere Zuhörerin of Colour“. Das hat er allen Ernstes geschrieben. Eine Zuhörerin of Colour. Lesen Sie selbst nach. Ist das nicht herrlich?

Und dann meine persönliche Lieblingsstelle. Mit der Ächtung von Homophobie ist es ja so eine Sache. Eigentlich hatten wir das Thema durch. Schwule Pärchen durften gefahrlos Händchen haltend durch Berlin gehen. Schwule Außenminister und Regierende Bürgermeister waren so selbstverständlich wie lesbische Schauspieler und Fernsehmoderatoren. Eigentlich. Doch den Punkt haben wir überschritten, die Karten werden neu gemischt: „Weil es von der Mehrheitsgesellschaft, den Parteien und Organisationen nach der Einwanderung neuer Bürger neu verhandelt werde.“ Neu verhandelt! Das ist das schöne an unseren Zivilisationsstandards, sie werden ständig neu verhandelt, nichts ist für die Ewigkeit. Die Einwanderer aus mittelalterlichen muslimischen Gesellschaften haben nämlich auch ein Wörtchen mitzureden, und wenn denen diese Standards nicht passen, dann wird eben nachverhandelt. Das findet der Flop ganz selbstverständlich.

Gender-Gaga, Islam-Befindlichkeiten, Rassismus-Allergiker und unterbeleuchtete Pseudo-Journalisten – in diesem Artikel kommt zusammen, was zusammen gehört. Nicht verpassen.

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8 Kommentare
  1. rumpel@gmail.com permalink

    islam und muslime sind doch keine bedrohung für schwule, lesben, personen of coulor und andere, die sich nocht nicht entschieden haben, was sie eigentlich sein wollen oder sind. (transmenschen)

    wer hätte das gedacht, bei pegida ist alles viel, viel schlimmer.

    rein zufällig geriet ‚Polittunte Patsy l’Amour laLove“ in die fänge von pegida, die sie/er/es/x so beschreibt:

    ‚“Wir fanden uns schließlich an dem schlechtesten Ort für zwei auffällige Schwule in genau diesem Moment wieder: dem Dresdner Rummel und Umfeld. Es war nicht nur ein Spießrutenlauf, es kam uns eher vor wie in einem schlechten Zombie-Film, in dem die Monster immer mehr werden. Nur eben war die Gefahr real. Überall Nazibratzen, die uns ihre Schwulenfeindlichkeit spüren ließen, blöd anmachten, hinterherliefen, beschimpften, bedrängten. Und es gab für uns keinen Ausweg. Drei Taxiunternehmen schickten uns kein Taxi vorbei…“, berichtet Patsy l’Amour laLove u.a. auf der Internetseite queer.de.‘

    so ne art walking dead für ‚Pa­trick Henze alias Patsy l’Amour laLove ‚ und dann schickt ihr die polizei nicht mal hilfe.

    ‚Die Dresdner Polizei wertete das Geschehen und das Notrufprotokoll gestern aus. „Der Inhalt spiegelt nicht die Ausführungen wider, wie sie jetzt in dem Bericht des Betroffenen geschildert werden“, so ein Polizeisprecher. „Eine Notsituation ist uns nicht dargelegt worden, sie war für uns nicht erkennbar. Er hat uns nicht vermittelt, dass er angegriffen wurde. Er wollte, dass wir ein Auto schicken, das ihn von dem Ort wegbringt.‘

    dem lügenspiegel kommen solche geschichte gerade recht, aber offenbar ist es selbst den hardcore- schwachköpfe im forum die geschichte zu blöd, denn seit getsren gibt es gerade mal einen kommentar.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/appell-anlaesslich-homophober-uebergriffe-wir-duerfen-uns-nicht-alles-gefallen-lassen/12521754.html
    http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Bedrohung-durch-Pegida-Teilnehmer-Polit-Tunte-blitzte-mit-Notruf-bei-Polizei-ab
    http://www.queer.de/detail.php?article_id=24896

    • Der nun wieder permalink

      Also im Iran oder in Saudi Arabien hätte die Polizei schon abgeholfen. Aber da gibt es ja auch keine PEGIDA, sondern patriotische Muselmanen für die Islamisierung des Abendlandes.

      Ich fürchte aber, auch bei einem Spaziergang durch Kreuzkölln wäre der Tunte unwohl geworden.

      Ansonsten finde ich Provokationen mit deutlicher Zurschaustellung bestimmter Individalität nirgendwo so richtig intelligent.

  2. Burgunder permalink

    Hier floppt der nächste Schwurbel

    Der Kreuzberger Volksstürmer in der Person des sowieso etwas anders begabten Bernd Matthies versüßt das Wochenende. Der ärmste versucht sich an einer Satire zum Thema Lügenpresse. Er fängt schwach an, läßt stark nach und wird im Forum zerrissen (Danke, Herr Altun. Ich zieh ausnahmsweise mal das Hütchen vor Ihnen, sofern sie solche Kommentare weiter freischalten und auch stehenlassen.) Einzig das gerade aus seinem Mustopf gekletterte Mohrmännchen ist noch verpeilt und glaubt an den Weihnachtsmann.

    Es muß schlimm am Askanischen Platz aussehen, wenn man nun Hoffnung auf die neue unterste Schicht setzt, nachdem die Freien verstoßen wurden.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/neues-von-der-weltverschwoerung-wie-die-luegenpresse-funktioniert-eine-satire/12523040.html

  3. slim permalink

    Immerhin hat der TS den Mohammed of Colour geschickt, so ganz ohne queeer und coloured, wie die Belegschaft dort nun mal aussieht, wäre das Blättchen gar nicht in den Genuß gekommen, von dieser wertvollen Zusammenkunft zu berichten.

    Und der Koray tingelt mit derlei Veranstaltungen offensichtlich schon ein paar Jahre durchs Land, 2012 in Frankfurt zum Beispiel:

    Gibt es in der Schwulen- und Lesben-Szene Rassismus und Islamophobie? Zu diesem Thema wurde am Samstag im Lesbisch-schwulen Kulturhaus kontrovers diskutiert. Harald Eck vom Buchladen Oscar Wilde berichtete, dass er immer nur von türkisch- oder arabischstämmigen jungen Männern beleidigt wird. „Weil ich immer wieder von Migranten angefeindet worden bin, habe ich damals das Buch ,Deutschland schafft sich ab‘ von Thilo Sarrazin in meinem Laden ausgelegt“, erzählt Eck.

    Koray Yilmaz-Güney widersprach dem heftigst. Denn schließlich seien die meisten Menschen, die Eck gemeint habe, hier in Deutschland geboren und aufgewachsen. „Das ist deine individuelle Wahrnehmung. Doch von welchen ,wir‘ und ,ihr‘ sollte man eigentlich ausgehen“, fragte ihn der Autor aus Berlin. Sei das nicht schon eine Form der Ausgrenzung und Diskriminierung?

    http://www.fr-online.de/frankfurt/debatte-rassismus-in-der-schwulen–und-lesbenszene-,1472798,16627116.html

    Ein Büchlein zum Thema hat er auch herausgegeben, der Koray:

    „Karriere eines konstruierten Gegensatzes: Zehn Jahre „Muslime versus Schwule“
    Sexualpolitiken seit dem 11. September“

    Ein Zitat gibt es da zu lesen, das erahnen läßt, was das Interesse der Linkinnen und Schwulen, der Gutmenschinnen und der Dernbachs sein mag, wenn sie rufen: „Wir wollen mehr!“

    „Zur gleichen Zeit, da der Migrant dafür gescholten wird, vormodern zu sein und unfähig, sich zu integrieren, wird seine gewalttätige Natur in der mehrheitsdeutschen Schwulen-Community als sexuell unwiderstehlich fetischisiert. Die kolonialistische Imagination des unzähmbaren Primitiven wird im Hinblick auf Integration verachtet, bei einem Sexpartner aber begehrt; ‚Südländer’ dürfen im Schlafzimmer auf keinen Fall zivilisiert sein.“ (S. 40)

    http://www.kritisch-lesen.de/rezension/vom-gay-pride-zum-white-pride

  4. Christian permalink

    „Neu verhandelt“ lese ich des Öfteren in der letzten Zeit insbesondere auch von politischen Entscheidungsträgern mit islamisch-migrantischem Hintergrund. Bedeutet doch nichts anderes als eine schrittweise Islamisierung Deutschlands im Zuge des steigenden Anteils der Bevölkerung mit islamischen Glaubens (s.a. Aussagen Kolats zum Kopftuchverbot). Das Grundgesetz wird zunächst so ausgelegt, dass bei konkurrierenden Grundrechten die Religionsfreiheit als höherwertig gesehen wird. In einer späteren Phase wird auch das Grundgesetz im Lichte der Vereinbarkeit mit dem Islam und der Scharia novelliert. Und schon haben unsere Politiker Recht mit der Aussage, dass das Grundgesetz auch künftig Maßstabgebend für die gesellschaftliche Entwicklung ist und zugleich Unrecht, dass das Grundgesetz die bestehende Werteordnung gegen eine Islamisierung schützt.

  5. thombar permalink

    angesichts der vielzahl solcher „un“artikel im TSP bin ich wirklich froh das ich keine kommentare mehr schreiben kann.

    erstens fehlt mir die zeit gegen so viel irrsinn anzuschreiben.

    zweitens kommt man mit argumenten und logik gegen diesen gequirlten mist und die unsachlichen pseudokommentatoren gar nicht mehr an.

    ernsthaft und selbständig denkende menschen haben den TSP schon längst als das entlarvt was er ist:

    ein mangelhafter versuch den politischen mainstream abzubilden und mitzugestalten.

    das er dabei so viel unfreiwillige komik bastelt, macht ihn zum komik mit zu wenig bildern und zu viel dummschwatz.

    am gruseligsten wird der dummmschwatz wenn die bezahlte(?) kommentatorenmafia sich gegenseitig beklatscht weil keine echten komentatoren dieses alberne spielchen mehr mitmachen wollen, es wäre grausamste zeitverschwendung!

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