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DDR 2.0: Rechter Unterton

by - Oktober 1, 2015

In den letzten Jahren haben wir gelernt, Nazi, Rechtspopulismus und was dergleichen mehr aus dem Diffamierungspool ehemaligen Anhänger von Massenmördern (Stalin, Mao, Pol Pot) und anderen Linken kommt, ist alles was Grünen, SPD, SED-Nachfolgern und Teilen der CDU beim Aufbau des neuen Sozialismus missfällt. So kann es nicht verwundern, dass bei der Frankfurter Rundschau, ein Blatt mit ähnlich antidemokratischer Gesinnung wie sie im Tagesspiegel herrscht, zu entlarvenden Sätzen kommt.

Die Situation ist aber auch verwirrend für die Anhänger und Bagatellisierer des gläubigen Faschismus. Nach Wochen der Hetze und der Willkommenskultur, die mit wahnhaft freundlich beschrieben ist, kippt die Stimmung selbst im Bundestag. Von der Willkommenskultur ist nicht viel übrig, barmt Schreibkraft Karl Doemens in der Frankfurter Rundschau vom 1.10.2015. Merkel verlässt wortlos den Saal, schreibt er fassungslos mit dicken Buchstaben. Und noch fassungsloser, es herrsche ein besorgt-nachdenklicher Ton. Geschrieben wieder in dicken Buchstaben. Und was entdeckt ein Linker bei dem Satz des CDU-Vize Thomas Strobl, wenn der sagt,

noch würden die Gesetze in Deutschland vom Parlament und nicht vom Propheten gemacht.

Sie ahnen es sicher schon: Er entdeckt einen rechten Unterton. Vermutlich hat Doemens vom Hardcore-Moslem Aiman Mazyek gehört, dass die Scharia nicht per se antidemokratisch ist. Es wird Zeit, dass die Gesetze auch in Deutschland vom Propheten gemacht werden. Der Widerstand dagegen kann nur mit einem rechten Unterton geführt werden, wenn es nicht sogar nazi ist.

Die DDR war staatlich verordnet dem antifaschistischen Kampf verpflichtet. Gemeint waren indes Menschen mit der falschen Meinung. Sie machten mit der Stasi und ihren IM Bekanntschaft und fanden sich zuhauf in Gefängnissen wieder. Das Ganze ging dann in einen für die DDR lukrativen Menschenhandel über. Politische Gefangene wurden der Bundesrepublik zum Kauf gegen harte Devisen angeboten und die kaufte was das Zeug hielt und verhalf den Gefangenen dadurch zur Freiheit. Genutzt hat es nicht, wie wir wissen. Die DDR verschwand mit einem leisen Rülpser im Orkus der Geschichte.

Klassenfeinde, negativ feindliche Elemente und Faschisten wurden die Freigekauften in der DDR-Propaganda genannt. Von der DDR lernen heißt siegen lernen, denkt sich die Wahrheitspresse im wiedervereinigten Deutschland. Der Osten ist braun, trompetet sie und diffamiert die ehemals als Antifaschisten definierten Einwohner der ehemaligen DDR. Ganz glücklich sind die Schreibknechte, wenn sie – vermeintliche – Unterstützung aus dem Ausland erhalten. Unter dem Artikel von Schreibkraft Karl Doemens lesen wir:

Reisewarnung

Kanada hat eine Reisewarnung für Ostdeutschland ausgesprochen und damit für Verärgerung unter hiesigen Politikern gesorgt. Die Regierung in Ottawa rät ihren Bürgern zwar grundsätzlich nicht davon ab, sich in Ostdeutschland aufzuhalten, mahnt aber zur Vorsicht in bestimmten Gebieten. In der Warnung ist ausdrücklich von extremistischen Jugendbanden die Rede, die in Teilen Ostdeutschlands eine Bedrohung darstellten. Mitglieder solcher „Gangs“ seien bekannt dafür, Personen wegen ihrer Rasse oder ihres ausländischen Aussehens zu belästigen oder direkt zu attackieren.

Es habe Brandanschläge gegeben. Ausdrücklich wird auch vor Demonstrationen gewarnt, die „plötzlich“ in gewalttätige Auseinandersetzungen umschlagen können. „Meiden Sie alle Demonstrationen und Großveranstaltungen, befolgen Sie die Hinweise der Behörden und verfolgen sie die Berichterstattung in lokalen Medien“, heißt es auf der Internetseite der kanadischen Regierung.

Also der Osten doch braun? Wir von DiskursKorrekt sagen, wenn schon denn schon und suchen die Seite von PEGIDA auf. Und was lesen wir? Das hier:

Was für eine Aufregung im Blätterwald, Kanada „warnt“ vor Reisen nach Ostdeutschland und natürlich wird ‪#‎PEGIDA‬ als ein Verursacher genannt.

http://www.handelsblatt.com/…/pegida-und-flu…/12388274.html…

Schauen wir doch mal genauer hin, die ‪#‎Presstituierten‬ der ‪#‎Journaille‬ haben da nicht so viel Zeit dazu.

Nun, diese Reiseinformationen mit der Warnung vor „extremistischen Jugendbanden, die in Teilen Ostdeutschlands eine Bedrohung darstellen“, stammen schon aus dem Juli 2014, da gab es PEGIDA noch gar nicht.

Aber in der Hybris mit dem Namen PEGIDA Auflage zu erzeugen und Klicks zu erzielen, kann man das schon mal übersehen, nicht wahr?

http://web.archive.org/…/http://travel…/destinations/germany

Eine Ergänzung der Reiseinformationen erfolgte im Frühjahr 2015, dabei änderte sich aber nichts von dem, worauf sich die Presse jetzt stürzt.

http://web.archive.org/…/http://travel…/destinations/germany

Aufgrund der neuen Situation durch die Flüchtlingsströme, wurde die Reiseinformation zu der jetzigen Form aktualisiert.

http://travel.gc.ca/destinations/germany

Darin enthalten ist folgender Abschnitt zumöglichen gewalttätigen Auseinandersetzungen, hier der aktualisierte Abschnitt in englisch.

(…)There has been a significant increase in the number of migrants and refugees entering Europe. Some countries have already experienced disruptions to transportation services, including at ferry ports and railway stations, and have seen major delays at border crossings. The situation also heightens the potential for demonstrations that could turn violent without warning, particularly, at railway stations and other transportation hubs. If you are travelling in the region, monitor local news and follow the advice of local authorities, and contact your transport carrier to determine whether the situation could disrupt your travel.(…)

Die Übersetzung:

(…)Es gab einen signifikanten Anstieg in der Zahl der Migranten und Flüchtlinge die nach Europa einreisen. Einige Länder haben bereits Störungen des Transportdienstleistungen erlebt, auch auf der Fährhäfen und Bahnhöfen und erlebten große Verzögerungen an den Grenzübergängen.

Die Situation erhöht auch das Potenzial für Demonstrationen, die ohne Vorwarnung in Gewalt umschlagen könnten, insbesondere an Bahnhöfen und anderen Verkehrsknotenpunkten.

Wenn Sie in der Region unterwegs sind, verfolgen sie die lokalen Nachrichten und befolgen Sie die Ratschläge der lokalen Behörden.(…)

Also für mich liest sich diese aktualisierte Warnung in einem ganz anderen Zusammenhang, als ihn die ‪#‎Qualitätspresse‬ darstellt, was meint ihr?

Jetzt mal ernsthaft liebe „Journalisten“, macht ihr das mit Absicht, oder habt ihr wirklich keinen Plan?

Ach ja, ähnliche Reiseinformationen gibt es auch für Frankreich, aber da kann man ja mit PEGIDA in der Schlagzeile keinen Umsatz machen.

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