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Добро пожаловать в Сирию

by - September 30, 2015

Von Hebold

Während alle Syrer ihr Land Richtung Deutschland verlassen, gibt es ein Land an der Grenze zwischen Europa und Asien, das sich nach Damaskus begibt: Russland, willkommen in Syrien. Offenbar hat man in Moskau aus den Erfahrung des Afghanistankrieges und der Unterstützung von Hitler, Mao, Pol Pot und den anderen Schergen wenig gelernt und versucht es nun noch einmal mit der Unterstützung eines Diktators.

In deutschen Zeitungen werden die Berichte über die Einsätze der Russen sicherlich so ergiebig bleiben, wie die Berichte aus Tikrit, wo die Iraner sich nach großspurigen Ankündigungen zu Beginn diesen Jahres kaum mehr vorwärts kommen und der IS sie eins ums andere Mal an der Nase herumführt.

Diese Dürftigkeit der Berichte beginnt schon heute. In der FAZ hat man natürlich zunächst die Flüchtlingsströme im Auge. Denn eines ist klar: Das Eingreifen der Russen ohne Abstimmung mit den USA wird den Bürgerkrieg ganz bestimmt nicht verkürzen. Üblicherweise dauert es bei Großmächten längere Zeit, bis sie ihr Scheitern bemerken und akzeptieren und bei Möchte-Gern-Großmächten wie Russland noch etwas länger. Nach den Flüchtlingen widmet man sich der Weltpolitik. Nur zur militärischen Lage – zur militärischen Lage, das schweigt man sich aus, bringt allenfalls ein paar Daten der angelsächsischen Presse.

Dabei wäre es ja schon interessant zu erfahren, wie die Russen ihr Material in das wenige von Syrien, was Assad noch geblieben ist, denn hineinbringen wollen. Oder wollen die Russen von Russland aus den IS attackieren? – Wohl kaum, denn dafür fehlt ihnen die Technik. Dass die Russen keine Bodentruppen nach Syrien schicken, gilt vorerst als sicher. Doch wer schützt dann die in Syrien stationierten MIG-29? Assads Mannen wohl kaum. Und die 2000 Russen, die mit den Kampfjets mitgeschickt wurden, dürften kaum reichen.

Probleme über Probleme – doch Deutschlands Presse schweigt sich aus. Kein Hinterfragen, welchen Zweck ein Luftabwehrschirm beim Kampf gegen den IS eigentlich hat. Kein Wort dazu, was passiert, wenn Israels Flugzeuge in Assads Luftraum eindringen werden. Klären das Israel und Russland untereinander? Was ist mit der Forderung der Russen, die USA sollten nicht mehr im syrischen Luftraum operieren? Was, wenn die USA der Forderung nicht folgen? In Israel z.B. wird alles das gerade heiß diskutiert. Doch die deutsche Presse ist friedlich bis zum Abwinken. Und die üblichen politischen Friedenspfeifen haben nicht mal gegen das russische Eingreifen protestiert. Da bin ich wirklich gespannt, was passiert, wenn der IS Luftabwehrwaffen gegen die Russen einsetzen wird und der erste russische Pilot vom IS vorgeführt wird und anschließend nach Folterungen auf seine Hinrichtung wartet.

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3 Kommentare
  1. yakiz permalink

    Hier sollte man zumindest anmerken, das sich die Stimmen mehren, dass es den Russen gar nicht um den IS geht sondern einzig und allein um den Erhalt von Assads Macht. Diese wird z.Z. eher von der syrischen Rebellenarmee angenagt.
    Ob nun die IS Leute oder die sogenannten Rebellen die die Guten oder Schlechten sind sei dahin gestellt….

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-in-syrien-russland-bombardiert-rebellen-a-1055509.html

    Der Militär-Blogger Ruslan Lewijew geht davon aus, dass Moskau nicht nur auf den IS abzielt: „Luftschläge gegen den IS helfen Assad wenig. Deshalb sind auch Angriffe gegen die bewaffnete Opposition zu erwarten.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-was-putin-erreichen-will-a-1055516.html

    Wenn ich ehrlich bin halte ich es für klug sich dort nicht weiter einzumischen.
    Die Amerikaner sollten bei ihrer Strategie bleiben nur im Irak den IS zu bekämpfen, schließlich sind sie dort ganz bestimmt für das Machtvakuum verantwortlich wärend Putin eher zur Last gelegt werden kann durch sein Veto zu Massnahmen gegen Assad im Sicherheitsrat zur Auflösung Syriens beigetragen zu haben.

  2. Der nun wieder permalink

    Putin hat den richtigen Moment erwischt. Übrigens läßt sich derzeit auch recht leicht von der Ukraine ablenken.

    Keine üble Sache wäre es ja, wenn hier mal die USA gemeinsam mit den Russen agieren würden. Schließlich gab´s auch das schon mal.

  3. Der nun wieder permalink


    Und die üblichen politischen Friedenspfeifen haben nicht mal gegen das russische Eingreifen protestiert. Da bin ich wirklich gespannt, was passiert, wenn der IS Luftabwehrwaffen gegen die Russen einsetzen wird und der erste russische Pilot vom IS vorgeführt wird und anschließend nach Folterungen auf seine Hinrichtung wartet.

    Da der Westen zu dusslig ist für konzertierte Aktionen und die USA vermutlich kriegsmüde kaum noch ihe Bevölkerung hinter sich haben (die Flüchtlingsströme ergießen sich zudem nicht in ihre Richtung), kann es doch auch sein, dass die politischen Friedenspfeifen, wie Sie sie nennen, gar nicht mal so böse sind, wenn nun die Russen eingreifen. Möglicherweise sollte man die auch nicht unterschätzen und Putin wird schon recht deutlich kollabieren, falls der IS medienwirksam ein russischer Pilot zur barmherzigen Behandlung in die Hände fällt. Irgendwas scheint mir an der ganzen Sache recht dubios; womöglich haben ja auch Putin und Obama gewisse Absprachen getroffen.

    Das alles wird tatsächlich spannend; ich hoffe nur, nicht noch ärger für uns im deutschen Flüchtlingsbiotop.

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