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Dummdeutsch macht frei

by - September 22, 2015

Von Hebold

Es gibt böse und es gibt gute Faschisten. Böse Faschisten unterdrücken die Meinungen Andersdenkender, wollen Andersdenkende außer Landes schaffen und wenden notfalls Gewalt gegen sie an. Gute Faschisten dagegen unterdrücken die Meinungen Andersdenkender, wollen Andersdenkende außer Landes schaffen und wenden notfalls Gewalt gegen sie an. Wer´s nicht glaubt, findet in der Frankfurter Rundschau den Beweis.

Am 20.September klärte uns diese linke Pleitepostille vom Main in einem Beitrag mit dem vielsagenden Titel »Das Missverständnis mit der Meinungsfreiheit« darüber auf, was Meinungsfreiheit wirklich bedeutet. Wie schon zu DDR-Zeiten heißt die Devise der Redaktion: Minister fordert – Wir liefern. Unter dem Teaser,

Eine Zivilgesellschaft muss nicht jede Äußerung akzeptieren, sondern zwischen Hetze und Meinung unterscheiden. Nicht alles, was so mancher von sich gibt, ist schützenswertes Gedankengut,

liefert eine Frau Katja Thorwarth einen Hetzartikel, der seinesgleichen sucht. Dabei gibt sich die Redakteurin für den Print und die digitale Redaktion der FR fürs erste gebildet, bezieht sich aufs Grundgesetz und zitiert Voltaire – oder besser: Sie rückt ein Zitat zurecht, das man Voltaire gerne zuschreibt:

Ich missbillige, was du sagst, aber würde bis auf den Tod dein Recht verteidigen, es zu sagen.

Ja, Frau Thorwarth weiß, dass das Zitat nicht von Voltaire stammt. Was sie verschweigt ist, dass dieser Satz Voltaires Haltung sehr treffend beschreibt. Aber Zitate zitieren und sie verstehen sind bekanntlich nicht immer dasselbe. Schon gar nicht in der »Frankfurter Rundschau«.

Nach dem nächsten Absatz wird klar, worum es der Redakteurin tatsächlich geht: Nicht um die freie Meinungsäußerung, sondern um das genaue Gegenteil davon:

Denn natürlich ist nicht alles, was im öffentlichen Raum aus so manchem Kopf heraussprudelt, schützenswertes Gedankengut und ergo mit Artikel 5 GG gedeckt. … Die Schranke fällt dort, wo andere Grundrechte verletzt werden und Personen zur Diskriminierung und Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung aufrufen.

Und dann redet sie Klartext:

Anders formuliert ist dies eben keine Meinung, die eine Zivilgesellschaft aushalten muss, sondern Hetze, die die Freiheit Einzelner oder Gruppen bewusst einschränkt. Hetze als solche auszudeuten und mit der logischen Konsequenz eines Gesetzes zu ahnden, hat die Staatsmacht jüngst auffallend häufig versäumt. Insbesondere das Internet scheint ein überwiegend rechtsfreier Raum, und würde hier der Arm des Gesetzes greifen, man wüsste bald nicht mehr, wohin man sie alle sperren sollte.

In einen GULAG? Oder vielleicht ins Gutmenschen-KZ? Mit einem Eingangstor über dem es heißt: »Toleranz macht frei«.

Doch wie es scheint, geht Frau Thorwarth auf Numero Sicher. Sie will nicht, dass der Staat gegen andere Zeitungen vorgehen soll – die haben die FR schließlich vor ein paar Jahren erst vorm finanziellen Ende bewahrt. Nein, Frau Thorwarth ist die Konkurrenz der Zeitungen ein Dorn im Auge, sie will, dass das Internet gesetzlich eingeschränkt wird. In den Zeitungen soll sich der journalistische Mob weiterhin austoben dürfen, etwa in der FR, deren Kampf für die Meinungsfreiheit linksradikaler Mörderbanden den älteren Lesern noch in Erinnerung sein dürften.

Das sagt Frau Thorwarth natürlich nicht so. Nein, sie stolziert als Intellektuelle daher:

Das verhält sich in den Kommentarspalten einer Zeitung anders. Hier bewertet die Redaktion, wann eine Äußerung als beleidigend, diskriminierend oder hetzerisch, eine Meinung als tendenziös und verallgemeinernd daherkommt. Und sie alleine bestimmt, was auf ihrer Seite stehen darf und was nicht. Das aus gutem Grund, denn wie bereits der Journalist Arno Frank in seinem Essay „Meute mit Meinung“ diagnostizierte, weiß die Mehrheit der Internetnutzer mit dem Zuwachs an Freiheit nicht umzugehen.

Merke: Journalisten sind intelligenter. Sie kennen den richtigen Umgang mit der vom Grundgesetz verbrieften Freiheit besser, als der Bürger an Tastatur und Bildschirm.

Wer nun noch weitere Argumente von der Autorin erwartet, wird enttäuscht. Und ihr erstes Beispiel geht geradewegs nach hinten los. Eine Nutzerin steht zu ihrem Rassismus:

„Keine Meinung ist inakzeptabel … Man darf eine rassistische Meinung haben … Wenn Sie versuchen, mir meine rassistische Meinung gegen meinen Willen auszutreiben, sind Sie der ‚Meinungsdiktator‘“

Und die Dame von der FR meint auf diesen jedem einsichtigen Zusammenhang retournieren zu müssen:

Natürlich dürften „Rassisten eine mehrheitsfähige Partei gründen“, sie müssten sich einfach nur „wie alle anderen auch an unser Grundgesetz halten“.

Müssen sie eben nicht. Rassismus ist in Deutschland durchaus nicht verboten, denn sonst wäre es um den Islam schlecht bestellt. Doch weil ihr die Argumente fehlen, fabuliert sie sich zuerst in billigen Psychologismus – das Fluchtgebiet aller, denen es an guten Argumenten mangelt:

Sie (die Nutzerin, die zu ihrem Rassismus steht) unterstellt einen Zwang durch „Meinungsdiktatur“, doch tatsächlich scheint der pathologische Zwang eher darin begründet, sich im Netz gegenseitig mit fremdenfeindlichen Hasstiraden und Pöbeleien zu überbieten. Es ist eine permanente Demonstration der Verrohung, die die Grenzen der Moral längst hinter sich gelassen hat. Und die auch den Worten Taten folgen lässt, wie die hassverzerrten Gestalten vor Flüchtlingsheimen bestätigen, denen jeder alles zutraut, der nicht unter Realitätsverlust leidet. Hannah Arendt hat hierzu angemerkt, dass „der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht, …, in der Haltung (liegt), mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen“. Eine leider in der hiesigen Politikerszene weitverbreitete Ansicht, die sich schönredet, was sie sich nicht einzudämmen traut.

Aha! Die Andersdenkenden, sie sind krank. Sie sind ein Geschwür am Volkskörper. »Nazis raus«, würde diese Frau Thorwarth sicherlich guten Gewissens brüllen. Flugs noch ein eitles und unverstandenes Hannah Arendt-Zitat hinterher und fertig ist der Artikel, d. h. beinahe fertig.

Denn den Dummen bestraft nicht die Zeit, sondern die eigene Dummheit. In einem Anfall von Sorgfaltspflicht liefert Frau Thorwarth noch zwei Beispiele nach:

„FR-Heckenschütze, (der) mit Dumpf-Dumm-Dumpf-Geschossen Pegida in den Rücken schießt“, die Autorität über seine Seite und entfernt ungerührt jene „Sachlichkeit“ trotz – oder besser wegen des Schreis über „Zensur“. Die greift natürlich niemals auf einer markengeschützten Homepage, egal wie vehement man sie beschwört. „Im Übrigen wurde ein weiterer sachlicher Kommentar von den Herren der Lügenpresse gelöscht. Diese marschieren vermutlich Hand in Hand mit den Linksfaschisten, unverfroren Brandsätze auf Unschuldige werfend. Es sind lediglich die letzten Zuckungen. Bald werden die Zensoren, die vermutlich auch schon damals in der DDR mit der Agitation betraut waren, arbeitslos sein.“

Zunächst verdient die »markengeschützte Homepage« ganz sicher den ersten Platz in der Liste rhetorischer Selbstversenker des Beitrags – wäre da nicht noch die unmittelbar folgende Antwort auf die aufgeführte Rede von »Linksfaschisten«, »DDR« und »Zensoren«, die Frau Thorwarth so gern vom Staat indiziert sehen möchte:

Das mag durchaus sein, doch solange sie (!) es nicht sind, hat die Freiheit dort ihre Grenze, wo der Nutzer in hetzerischen Gedanken schwelgt, egal, wie sachlich er sie verpackt.

Die Dame von der Frankfurter Rundschau scheint nicht mehr zu wissen, auf wen sich das »sie« in ihrer Antwort bezieht. Wir können ihr helfen: Es bezieht sich auf die Zensoren der DDR. Und die sind also die Hüter der öffentlichen Moral.

Bei soviel versteckter Sympathie für den zweiten sozialistischen Staat auf deutschem Boden wundert es einen wenig, dass die digitale Redakteurin Katja Thorwarth auch nicht bemerkt, auf wen sich ihr Zitat von Karl Kraus tatsächlich bezieht:

Die Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken.

Aber wie heißt es so treffend: Schön an der Dummheit ist, dass man sie selbst nicht bemerkt. Nur so schreibt sich´s frei von der dummdeutschen Seele.

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3 Kommentare
  1. Eva permalink

    Es fehlt nur noch ein Ministerium für Propaganda und Pressewesen. Dann könnte eine Tagesparole des multi-deutschen Regierungspressechefs lauten: Herr Minister ordnet an, besonders hervorzuheben, daß hinsichtlich weiterer Flüchtlingsströme und dem Aufflammen rassistischer Umtriebe, jegliche kritische Kommentare als unerwünscht gelten und bei Versagen der Zensur umgehend Druck- und Vertriebsverbot greifen.

    Übrigens, wenn auch nur am Rande, jedoch der Wahrheit entsprechend: Gestern Nachmittag kam in den Nachrichten des Radiosenders RBB-Kultur folgende Information: „Wie der Tagesspiegel meldet, soll der VW-Chef Winterkorn seinen Rücktritt vorbereiten. VW dementierte aber umgehend und erklärte: Dies träfe nicht zu und sei schwachsinnig.“ Nun weiß der Hörer des RBB, daß auch der Tagesspiegel nicht frei von Schwachsinn ist.

  2. almansour permalink

    Kübelweise kippt ein dummdeutscher Stimmungsjournalismus über den Bürgern das Märchen von den „Flüchtlingen“, den „Traumatisierten“, den „Schutzbedürftigen“ aus.
    Wer Augen im Kopf hat, sieht stattdessen einen Haufen junger Männer mit, höflich gesagt, unfreundlichem Blick, die sich erfolgreich durch den Balkan geprügelt haben und derzeit vor deutschen Aufnahmestellen nach Wohnung und Versorgung verlangen.
    Es mögen vereinzelt tatsächlich Asylbedürftige hier sein, solche also, auf die das Asylrecht zutrifft, da sie nämlich in der Heimat politisch verfolgt werden.
    Das Gros aber kommt mit der Absicht der Landnahme – und alles wird aufgeboten, dieses propagandistisch ins Gegenteil zu verkehren. Ins Gegenteil verkehren die Hetzer auch den Begriff der Hetze. Warum?
    Weil ihnen daran liegt, den Begriff des Bürgerrechts auszuhebeln, aus dem Bewusstsein zu kloppen. Die rechtliche Selbstverständlichkeit, dass die Bürger eines Staates darüber entscheiden, wie und mit wem sie leben wollen, wollen sie zerstören. Warum das? Weil sich eine bürgerliche Schicht Pfründe mit gewaltbereiten Immigranten sichern will und dafür die Rechtfertigungspropaganda aufbaut. Weil genau diese, und eben nicht diejenigen, die sie beständig nach Gutdünken als Nazis oder Rechte beschimpfen, Demokratie, Bürgerrecht und soziale Verantwortung abbauen wollen.

  3. Der nun wieder permalink

    Weiteres zur Thorwarth:

    https://propagandaschau.wordpress.com/2014/12/12/frankfurter-rundschau-zuschauer-der-anstalt-merken-nicht-wie-sie-fur-blod-verkauft-werden/

    — Fassen wir den Sermon der Autorin, die sich – offenbar als weiteres Symptom ihrer maßlosen Selbstüberschätzung – viel zu große Brillen für ihren viel zu kleinen Kopf kauft, … —

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