Skip to content

Bertelsmann: News aus dem Migrantenstadl

by - November 29, 2014

Von Ekeltraut

Im Moment überbietet sich die Journaille wieder einmal mit Erfolgsmeldungen aus dem Migrantenstadel und der drohenden Übernahme Deutschlands durch die faschistische Mitte. Zu letzterem, nämlich der durch und durch dämlichen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde hier bereits vor einigen Tagen etwas veröffentlicht (wobei das dabei Gesagte noch freundlich war. Ich kann nur jedem empfehlen, die Studie selbst zu lesen, der Wahnsinn lauert dort auf fast jeder Seite).

Ich habe mir daher die Mühe gemacht und die vorgestern bei der Bertelsmann-Stiftung erschienene 66-seitige ZEW-Studie kurz durchgearbeitet. Ergebnis: die angeblichen 3.300 Euro „Gewinn“ die Deutschland pro Kopf der Ausländer macht, ist eine rein fiktive Zahl.

Diese Zahl basiert auf der Annahme, dass es im Jahr 2012, auf der die Studie basiert, kein Vorher und kein Nachher gab und geben wird. Das wissen die Studienersteller sehr wohl, darum verstecken sie ihre anderen Zahlen auch und stellen diese Zahl, die nichts, aber auch gar nichts aussagt, an mehreren Stellen groß heraus.

Es gibt aber sehr wohl Aussagen dieser Studie, die etwas besagen – sofern man diesen Zahlen und den Rechenkünsten der Herrschaften überhaupt glauben will.

Ich überspringe hier einmal die ganzen Punkte zur Methodik und Intention der Studie (die, wie wohl fast jeder vermutet, einem bestimmten Zweck dient und wozu sich ebenfalls viel sagen ließe) und komme zu den reinen Zahlen.

Zunächst ist zu konstatieren, dass die Studienverfasser nicht rechnen können, denn auf Seite 27 taucht die ominöse Zahl auf, von der alle reden:

„Im Basisjahr 2012 leistete jede/r Deutsche im Durchschnitt einen positiven Finanzierungsbeitrag zu den öffentlichen Haushalten von rund 4.000 Euro. Bei den Ausländern überstieg der Wert der gezahlten Steuern und Beiträge den Wert der individuell zurechenbaren Transfers um 3.300 Euro pro Kopf. Damit lag der Finanzierungsbeitrag je Ausländer zwar 16,4 Prozent niedriger als der Finanzierungsbeitrag pro Kopf der deutschen Bevölkerung, war aber klar im positiven Bereich.“

Da sind sie also, die 3.300 Euro, die nichts anderes besagen, als dass im Jahr 2012 (und nur in diesem Jahr!) hier lebende Ausländer im Schnitt 3.300,- Euro mehr in den Staatshaushalt einbezahlt haben als sie herausbekommen haben, während diese Zahl bei den Deutschen 4.000,- Euro ausmacht. Macht eine Differenz von 700,- Euro, oder in Prozent: 700 / 4000 * 100% = 17,5%. Die Verfasser aber meinen, dies seien 16,4 Prozent. Bitte, jeder wie er kann!

Schauen wir daher doch einmal genauer hin, was diese Zahl zu bedeuten hat (nichts, um es vorwegzunehmen):

Seite 30

„Wählt man die vorausschauende Perspektive der Generationenkonten, welche den Alterungsprozess in der Ausgangsbevölkerung mit einbezieht, ist die fiskalische Bilanz [Anm. von mir: das sind neben den erwähnten 3.300 ? aus dem Jahr 2012 auch die Zahlen der anderen Jahre] der bereits in Deutschland lebenden Ausländer weniger positiv [Anm. von mir: so kann man das auch sagen, wenn man „ausgesprochen negativ“ meint], als wenn man den aktuellen Finanzierungsbeitrag betrachtet. … Ausländer, die 2012 geboren wurden, werden unter Status-quo-Bedingungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg im Gegenwartswert durchschnittlich rund 44.100 Euro mehr an Transfers erhalten, als sie an Steuern und Beiträgen zahlen. Dagegen erbringen die 2012 geborenen Deutschen einen deutlich positiven Finanzierungsbeitrag zu den öffentlichen Haushalten. Sie zahlen im Lebensverlauf durchschnittlich rund 110.800 Euro mehr an Steuern und Beiträgen, als sie an individuell zurechenbaren Transfers empfangen.“

Was hier noch recht verschwurbelt klingt, um damit die bittere Wahrheit zu vernebeln, wird dann, nach weiteren drei  Seiten zur traurigen, aber umso deutlicheren Wahrheit:

Seite 33

„In den bisherigen Rechnungen fehlen noch die Nettofinanzierungsbeiträge der Nachkommen der heutigen ausländischen Wohnbevölkerung. Wie hoch diese ausfallen, wird vom Grad ihrer fiskalischen Integration abhängen. Unterstellt man, dass sich die kommenden Ausländergenerationen fiskalisch vollständig so verhalten wie ihre Eltern, entspricht ihr Generationenkonto im Prinzip dem der 2012 geborenen Ausländer. Weil dieses Konto im negativen Bereich ist, würde der Gesamtwert der von den nachkommenden Generationen in Anspruch genommenen Transferleistungen den Wert der gezahlten Steuern und Beiträge übersteigen.“

Was hier fehlt – und das nicht ohne Grund – siehe die o. g. Zahlen! Ja, denn das sind genau die, um die es hier geht und deswegen müsste es heißen:

Jeder einzelne Ausländer, der heute in Deutschland lebt, wird Deutschland im Laufe seines Lebens rund 44.100 Euro kosten. Das ist die Wahrheit – dieser Studie! – und nicht, dass da irgend etwas Positives mit 3.300 Euro war.

Was ist die Konsequenz und wo führt die hin? Darauf darf man nun gespannt sein. Tatsächlich geben die Autoren der Studie eine – übrigens erschreckende – Antwort, und die lautet:

Seite 36 f.

„Jedes Neugeborene schafft über den gesamten Lebensverlauf gerechnet ein ganz erhebliches Defizit: Bei Ausländerkindern steht ein Kohortendefizit von 196.000 Euro, bei den Deutschen von immerhin noch 41.100 Euro zu Buche. Dieselben Werte ergeben sich dem Prinzip nach auch für alle künftig geborenen Generationen, soweit sie sich fiskalisch wie ihre Eltern verhalten werden und der Staat in Zukunft nicht bei den allgemeinen öffentlichen Ausgaben spart.“

Und weiter (Hervorhebung Autor):

„Die genannten Werte zeigen, dass die Fiskalpolitik in Deutschland im Ausgangsjahr der Berechnungen nicht nachhaltig war. Weder die lebenden noch die künftigen Generationen würden insgesamt gerechnet genügend Nettosteuern zahlen, um die allgemeine Staatstätigkeit zu finanzieren. Somit muss die Staatsverschuldung auf Dauer steigen.“

Dies bedeutet für die Zukunft nichts anderes als das folgende Schreckensszenario:

Seite 40 f.

„Somit ergibt sich als Diagnose, dass künftige Zuwanderer, soweit das Niveau der von ihnen geleisteten Steuer- und Beitragszahlungen und der empfangenen Transfers dem der aktuell in Deutschland lebenden Ausländer entspricht, bei einer intertemporalen Rechnung keine Entlastung, sondern eine Belastung für den öffentlichen Gesamthaushalt darstellen. Wie Tabelle 5 zeigt, steigt die mit den fiskalpolitischen Parametern des Jahres 2012 verbundene Nachhaltigkeitslücke von 146,6 Prozent auf 206,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wenn man ein Bevölkerungsszenario ohne Wanderungsbewegungen und eine demografische Entwicklung mit 200.000 Zuwanderern netto pro Jahr vergleicht.“

„Variiert man das Niveau der künftigen Zuwanderung, beobachtet man grob gesagt proportionale Effekte. Bei 100.000 Zuwanderern pro Jahr weniger fällt die Nachhaltigkeitslücke um 28,5 Prozentpunkte niedriger, bei 100.000 Zuwanderern mehr um 28,2 Prozentpunkte höher aus als bei mittlerer Zuwanderung von 200.000 Personen netto jährlich.“

Was nichts anderes bedeutet, als dass die bisherige Staatsverschuldung von 78% des BIP auf jeden Fall auf 146,6% steigen wird und lässt man Zuwanderung im gleichen Maße wie bisher zu, dann 206,1% Staatsverschuldung erreicht werden, sprich, Deutschland geht momentan den Weg Griechenlands, nur schneller!

Die Verfasser selbst kommen daher zu dem Schluss:

„Aus den Ergebnissen des Basisszenarios folgt, dass es für die Aufnahmegesellschaft unter dem Gesichtspunkt der Wirkung auf die öffentlichen Finanzen lohnend wäre, sich gegen Zuwanderung abzuschotten.“

Ja, und warum machen wir es dann nicht? Darum! Denn nach Ansicht der Autoren dürfen wir das nicht, weil:

Seite 60

„Für eine gute fiskalische Bilanz der künftigen Zuwanderung muss die Politik dafür sorgen, dass für künftige Einwanderer von Anfang an günstige Integrationschancen bestehen. Die Steuerungsmöglichkeiten über das Zuwanderungsrecht sind zwar dadurch begrenzt, dass ein Land wie Deutschland seiner Verantwortung nachkommen muss, Personen aus humanitären Gründen aufzunehmen.“

Nimmt man die obigen Aussagen dieser Studie, so müssten bei jedem Wirtschafts-, Sozial- und Finanzpolitiker, ach was, jedem Politiker und der gesamten Bevölkerung sämtliche Alarmglocken und -lampen hell aufleuchten und sofort Maßnahmen getroffen werden. Ja, unangenehme Nachrichten, sehr unangenehme sogar müssten verkündet werden – und sage mir keiner, dies wäre die einzige Studie, die die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands bei einem „weiter so!“, einer weiterhin unkontrolliert ausufernden Sozial- und Migrationsindustrie  deutlich aufzeigt.

Ungehemmte Weiterverschuldung bis zum Staatsbankrott bei unverändertem Verhalten, das ist die Aussage, die ein entsprechendes Handeln nach sich ziehen müsste.

Aber was passiert stattdessen? Nicht nur die Linksjournaille, nein, auch die konservative Presse und die Öffentlich-Rechtlichen verkünden stattdessen frohgemut:

„Wir haben irgendwie irgendwo 3.300 Euro gefunden. Ist das nicht fein?“

Gute Nacht Deutschland!

____________________________________________________________________

Nachtrag DK:

Die Studie ist zusammen mit drei Grafiken auf der Seite der Pressemeldung zu finden. Wenn sich die Adresse ändern sollte, dann können die Dokumente auch hier angesehen werden:

xcms_bst_dms_40538_40549_2.pdf (Studie)

xcms_bst_dms_40540_40541_2.pdf (Grafik 1)

xcms_bst_dms_40542_40548_2.pdf (Grafik 2)

xcms_bst_dms_40544_40545_2.pdf (Grafik 3)

Man beachte das Propagandabild auf dem Titelblatt der Studie. Die dort gezeigte heile Multikulti-Welt widerspricht völlig dem Inhalt der Studie. Noch schärfer wäre der Widerspruch vermutlich, wenn die Produzenten der Studie ihre Zahlen nach Herkunftsländern differenziert hätten. Siehe dazu unseren Artikel  Wir lieben den Mittelwert.

Advertisements
7 Kommentare
  1. yakiz permalink

    Das ist der helle Wahnsinn – und dann noch einen drauflegen und uns das als was Gutes verkaufen zu wollen….ich stell das gleich mal ins FB….

  2. anda permalink

    Danke, dass Sie sich die Arbeit gemacht haben, die man eigentlich von kritischen Journalisten erwartet sollte.

  3. Neri permalink

    Im Moment überbietet sich die Journaille wieder einmal mit Erfolgsmeldungen aus dem Migrantenstadel und der drohenden Übernahme Deutschlands durch die faschistische Mitte.

    Noch eine Gutmenschenstudie von der total unabhängigen SPD nahen Friedrich-Ebert Stiftung:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/2000-buerger-befragt-studie-zeigt-starke-ressentiments-gegen-asylbewerber_id_4289423.html

    „Der hässliche Deutsche“ (Aussage vom Geld gepuderten Jakob Augstein):

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/auslaenderfeindlichkeit-und-fluechtlinge-in-deutschland-jakob-augstein-a-1005368.html

    Ein erfrischender Kommentar dazu von 🙂

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/28524-akif-pirincci-zu-spon-augstein-die-haesslichen-deutschen

  4. S.Sorge permalink

    So was Dummes aber auch, da haben die sich wieder so eine Mühe gegeben, die Leute zu verarschen und jetzt hält diese verlogene Studie nicht mal einer einfachen Prüfung stand.
    Danke, Ekeltraut, für die Entzauberung dieser Mumpitz-Studie aus der Propaganda-Mottenkiste der Multikulti-Lobbyisten.
    Die müssen doch wirklich glauben, dass wir alle ein bisschen blöde sind…
    Als nächstes kommt bestimmt eine Studie, die uns weismachen will, dass uns die „Flüchtlinge“ ja im Grunde nur durchfüttern.

  5. Rechtspopulist permalink

    Auch von mir ein Danke. Ich kann solche Studien schon nicht mehr lesen, wenn in der Presserklärung schon Dinge behauptet werden, die so massiv mit der erlebten Realität kollidieren.

  6. Burgunder permalink

    Danke, Ekeltraud, daß Sie sich die Mühe gemacht haben, uns zu erhellen. Die MSM analysieren nicht, sondern propagieren nur. Ersteres bleibt den Parias überlassen.

    http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2014/auslaender-belasten-deutschen-staatshaushalt-uebermaessig/

    Eine der Erkenntnisse: „Unter Berücksichtigung aller Staatsausgaben betrage das Finanzierungsdefizit 79.100 Euro je Ausländer.“

  7. Satchmo permalink

    Vielen Dank für diese ausführliche Analyse!

    Gruß

    Satchmo

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s