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Scheiß Neger! Rassistisch? Nein, bestimmt nicht

by - Juni 10, 2014

Tagesspiegel vom 10.6.2014: Berlin-Wedding –  Rassistischer Übergriff

„Scheiß Neger, glotz‘ meine Frau nicht so an“, zitiert der Tagesspiegel das Opfer, das genau das gehört haben will. Weiter heißt es:

Gegen 21.45 Uhr befand sich das 33-jährige Opfer auf dem Zubringersteg von der Swinemünder Straße zum S-Bahnhof, als der Unbekannte, der in Begleitung einer Frau war, ihn aufgrund seiner Hautfarbe mehrfach beleidigte und anschließend mit den Fäusten schlug.

Uns drängt sich der Verdacht auf, hier ist der Tagesspiegel selbst ein wenig rassistisch geworden. Bevor wir begründen, zitieren wir vorher die Rassismusexpertin und Fachfrau für den friedlichen und barmherzigen Islam, Andrea Dernbach (Tagesspiegel vom 4.7.2011):

Rassismus war immer der Vorwurf der Unterdrückten an die Adresse der Unterdrücker, der Opfer gesellschaftlicher Verhältnisse gegen deren Nutznießer. Er erzählt von Macht.

Wir wollen Franziska Felber (auch sie ist wie Dernbach eine Schreibkraft des Tagesspiegels und hat die Meldung geschrieben) nicht vorwerfen, sie habe nicht recherchiert und weiß darum nicht, wer derjenige war, der fremdenfeindlich beleidigt hat. Vielleicht will sie auch nicht verwirren und verschweigt darum die Herkunft des „Unbekannten“.

Also machen wir uns Gedanken und spekulieren ein wenig. Wir nehmen uns zunächst einen Satz aus der Meldung vor und überlegen, welche Rolle der Wedding, beziehungsweise der Gesundbrunnen spielt. Zuerst der Satz:

„Scheiß Neger, glotz‘ meine Frau nicht so an“

Der Satz könnte von einem Deutschen stammen. So würden wir sofort denken, wären wir Antirassisten. Dummerweise sind wir aber Rassisten und Rechtspopulisten. Wir machen uns also weitere Gedanken.

Ein Deutscher, der im Wedding am Gesundbrunnen rassistisch beleidigt? Das kommt uns spanisch vor (Wir hoffen, dies ist keine rassistische Formulierung). Der Wedding, speziell der Gesundbrunnen und die Gegend um die Badstraße, ist uns bekannt als ein gewalttätiges Viertel, das von Marodierenden mit den gläubigen Wurzeln beherrscht wird (Abenteuer Badstraße). Ein rassistischer Deutscher im Wedding inmitten von gläubigen Wurzlern aus der Türkei und Gläubigen aus den Ländern aus 1001 Nacht? Das scheint uns eher unwahrscheinlich. Außerdem kennen wir noch diese Fakten:

Wahre Gläubige sind die Eigentümer ihrer Frauen. Sie verteidigen ihr Eigentum oder, sollte es sich unbotmäßig verhalten, verprügeln es oder bringen es gleich ganz um, wenn die Ehre wieder hergestellt werden muss.

Zum Beispiel wurde eine türkische Unbotmäßige von Ehemann, Vater und ihren Brüdern im Beisein ihrer Kinder zusammengeschlagen. Gerangel nannte der Tagesspiegel den Vorgang. Stattgefunden hat das „Gerangel“ am Gesundbrunnen.

Neben der kulturellen Einzelfall-Eigenart „Gerangel“ besitzen Türken noch die Einzelfall-Eigenart „Ehrenmord“. Ob einer dieser Einzelfälle vollzogen werden soll, entscheidet der Familienrat. Beauftragt mit der Ausführung von Morden werden in Deutschland vorzugweise die jüngsten Brüder, weil die nur dem Jugendstrafrecht anheim fallen. Der Einzelfall Hatun Aynur Sürücü machte die Tatsache der Einzelfälle einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Über die kulturellen Einzelfall-Eigenarten von Türken berichtete unlängst wieder SPIEGEL ONLINE:

In der Türkei wurden nach einer Untersuchung der Hacettepe Universität in Ankara im vergangenen Jahr 214 Frauen und zehn Kinder getötet. 15 Prozent der Frauen wurden allein deshalb getötet, weil sie die Scheidung von ihrem Ehemann wollten.

Wir glauben, dass das nur die bekannten Morde sind. Auch wenn es ein Fall gelegentlich in die Zeitung schafft, wenn eine 16-Jährige lebendig begraben wird, weil sie mit Jungen sprach, vermuten wir, dass viele Fälle unbekannt bleiben.

Zurück zum fremdenfeindlichen Unbekannten vom Gesundbrunnen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war es kein Deutscher ohne Wurzeln, sondern ein wahrer Gläubiger mit Wurzeln. Sollte es also kein Deutscher gewesen sein, dann muss der Tagesspiegel seine Überschrift ändern. Ein rassistischer Übergriff war es dann nicht. Türken und Araber mögen keine Neger. Das stammt vielleicht noch aus den Zeiten des Sklavenhandels, aber Rassismus nach Dernbach kann es nicht gewesen sein. Denn, wir wiederholen,

Rassismus war immer der Vorwurf der Unterdrückten an die Adresse der Unterdrücker, der Opfer gesellschaftlicher Verhältnisse gegen deren Nutznießer. Er erzählt von Macht.

Unterdrückt, das haben wir durch fleißige Lektüre des Tagesspiegels gelernt, sind Araber und Türken, Deutsche sind ihre Unterdrücker. Minderheit gegen Minderheit, Rassismus soll diesmal das richtige Wort sein? Wenn nicht, gilt das unbefriedigende Ergebnis, dass es Rassismus ist, wenn der Deutsche „Scheiß Neger“ sagt.  „Scheiß Neger“ ist aber kein Rassismus, wenn es vom Araber oder Türken kommt. Das wiederum würde Deutsche diskriminieren, da für ein und dieselbe Handlung zwei unterschiedliche Maßstäbe gelten. Das, so meinen wir, ist ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Es war, und da sind wir uns ziemlich sicher, ein Eigentümer, der sein Eigentum gegen einen „Scheiß Neger“ verteidigte. War das nun ein „rassistischer Übergriff“, wie der Tagesspiegel meint? Wir wissen es immer noch nicht.

Hach, es ist so kompliziert geworden mit dem Rassismus. Zum Glück haben wir mit dem Tagesspiegel einen Leuchtturm der Weisheit in einem Meer von Rassismus. Wir sind zuversichtlich, er wird uns auch weiter durch die gefährlichsten rassistischen Gewässer leiten, unsere Urteilsfähigkeit stärken und zu guten Antirassisten machen.

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7 Kommentare
    • Danke für den Hinweis. Aber darum ging es nicht. Es ging darum, dass der Tagesspiegel eine „kultursensible“ Nachricht verbreitet hat, die aufgrund von Protesten korrigiert werden musste.

      Diese Sensibilität ist meist nicht zu erkennen, wenn es um deutsche Täter geht. Wir nehmen an, auch dem Tagesspiegel war das Muster bekannt, das auch von Kirsten Heisig beschrieben wurde. Weil die Geschichte des Mädchens eine hohe Wahrscheinlichkeit hatte, wahr zu sein, schaltete der Tsp zur „kultursensiblen“ Schreibe um.

  1. slim permalink

    Und worüber berichtet der Türkenspiegel wieder einmal nicht?

    Polizisten bei Demonstration angegriffen

    Polizeimeldung Nr. 1381 vom 10.06.2014
    Friedrichshain – Kreuzberg

    Wegen einer Identitätsfeststellung sind Polizeibeamte gestern Abend von einigen Demonstrationsteilnehmern angegriffen worden. Rund 350 Personen hatten sich gegen 18 Uhr am Kottbusser Tor in Kreuzberg unter dem Motto „ Der Terror des Staates der TC gegen die Kurden im Kurdischen Gebiet Lice, Diyarbakir“ zu einem Aufzug eingefunden. Die Aufzugsteilnehmer skandierten Parolen in kurdischer Sprache mit Bezug zu der verbotenen PKK und zeigten Öcalan-Fahnen. Die Polizei stoppte darauf den Aufzug am Heinrichplatz. Nach entsprechenden Durchsagen wurde das Skandieren eingestellt und der Aufzug konnte störungsfrei bis zum Ziel gegen 19 Uhr am Oranienplatz fortgesetzt werden.
    Am Ende der Versammlung wollten Polizisten die Identität eines Mannes wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz feststellen, der während des Aufzugs eine Öcalan-Fahne gezeigt hatte. Sofort kam es zu einem Flaschenwurf und Angriffe auf die Beamten. Mehrere Personen blockierten ein Einsatzfahrzeug und einzelne traten und schlugen auf die Beamten ein. Die Polizisten beendeten die Blockade durch Wegdrängen, wobei teilweise Pfefferspray zum Einsatz kam. Die Zahl der Identitätsfeststellungen erhöhte sich in der Folge auf sieben. Drei Personen wurden wegen einer Augenreizung ambulant behandelt. Die Beamten haben ein Strafermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet.

    http://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.118836.php

    Sind schließlich die Freunde der Antifa.

  2. Neri permalink

    Berlin versifft immer weiter, so sehen dort „harte“ Konsequenzen aus:

    Brutaler Angriff in der U-Bahn: Zwei Jugendliche pöbelten herum und schubsten eine alte Frau. Ein Fahrgast, der helfen wollte, bekam mehrere Faustschläge ab. …
    Nach einem Gespräch mit seiner Mutter wurde der 16-Jährige nach Hause entlassen.
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/berlin-neukoelln-jugendliche-gehen-in-der-u7-auf-rentnerin-los/10018724.html

    Noch eine kulturelle Bereicherung, mit tödlichem Ausgang, gestern in Hamburg:

    http://www.bild.de/news/inland/mord/protokoll-eines-mordes-am-hamburger-hauptbahnhof-36318896.bild.html

    Hat sich die Polizei richtig verhalten? Frau Dernbach übernehmen sie.

    • Berlin versifft immer weiter

      Und das nicht erst seit heute. Mit dabei der Tagesspiegel. Und auch das nicht erst seit heute. Einen besonders üblen Beitrag der Versifften aus der Schreibstube haben wir am 21.4.2014 dokumentiert:

      Von der Zeitung zum Schmierblatt

      Wir schrieben damals:

      Einer der User, der in den Foren des Tagesspiegels die Drecksarbeit verrichtet, die die Schreibkräfte aus der Schreibstube noch nicht verrichten wollen, heißt mogberlin. Er diffamiert und denunziert User mit der eingeschränkten Intelligenz eines erfolglosen Versicherungsvertreters. Tag und Nacht sitzt er nahezu täglich vor seinem PC und präsentiert seine Dummheit. Sollte es in Zukunft wieder Bedarf an Blockwarten oder IM (informeller Mitarbeiter der Stasi) geben, also an rangniedrigen Funktionären einer Diktatur, dann hätte dieser User alle Voraussetzungen.

      Durch ihn sind wir auf ein besonders dümmliches und widerwärtiges Beispiel von Zensur im Tagesspiegel gestoßen. Ein Leser unseres Blogs ist mit dem Suchbegriff “wer ist mogberlin” auf DiskursKorrekt aufmerksam geworden. Mit diesem Suchbegriff kommt man auch auf die Seite von PI-News. Weil der folgende Fall für den Tagesspiegel exemplarisch ist, dokumentieren wir den Artikel von PI-News im Original.

      Im Artikel ging es um ein 15-jähriges Mädchen, das, wie bei bereichernden Fachkräften nicht unüblich, im Februar 2010 von mehreren Türken vergewaltigt wurde. Der Tagesspiegel verschwieg die Ethnie.

      • Burgunder permalink

        @DK Ja, man sollte die alten Artikel tatsächlich lesen …

        @Neri Von den Permanent-Kommentatoren hat sich übrigens bisher noch keiner zur U7-Schande gemeldet. Die wissen sofort, wenn sie nur noch verlieren können.

        • anda permalink

          Ja, es ist schon auffällig. Auch zu dem Jammerartikel über arme, ausgebeutete Illegale schweigen mog und co. beharrlich. Einzig Atila Bungle und ein neuer Gutmensch namens broeckelchen kämpfen den Kampf für den Ausgebeuteten gegen die Rechtspopulisten.

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