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KreuzHalbmondDavidsternNüschtBerg

by - März 3, 2014

Die Überschrift haben wir im Tagesspiegel dem Kommentar des Users Hrfret vom 02.03.2014 um 19:16 Uhr entnommen. Er schlug darin vor, den Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain in KreuzHalbmondDavidsternNüschtBerg umzubenennen. Religions- mäßig ausgegendert werden sollte der Name des Bezirks, der das gemeinsame Kacken für geschlechtsmäßig Unentschlossene erfunden und rechtsfreie Räume auf dem Oranienplatz und in der Gerhart-Hauptmann-Schule eingerichtet hat. Auch wenn im Namen noch viele Religionen nicht vorkommen, ein Anfang wäre gemacht. Bis es auf dem Gebiet der Religionen voran geht, wäre die Umbenennung von Friedrichshain in Friedrich*erike dringend geboten.

Ganz schon übertrieben, könnte man meinen. Nein, ist es nicht. Die Berliner Szene der Durchgeknallten reicht bis in den Senat, Abteilung Dilek Kolat. Kleine Kostprobe aus dem Hause Kolat gefällig? Hier gibt es was aus ihrer Broschüre zur Transge- schlechtlichkeit (S. 92):

6. Queere Pädagogik als Perspektive

Für mich persönlich steht eine trans*freundliche Pädagogik am Anfang der Entwicklung hin zu einer queeren Pädagogik, die sich ganz grund legend gegen heteronormative Diskriminierungen richtet. Damit würde eine Verschiebung der Perspektive einhergehen, sodass Texte wie dieser letztlich überflüssig werden, weil queere Pädagogik die kritische Auseinandersetzung mit Heteronormativität immer schon beinhalten würde.

Den Begriff queer verwende ich an dieser Stelle, um den theoretischen und politischen Widerspruch zu Heteronormativität zu benennen. Queer meint dabei keine Aufzählung im Sinne von „schwul / lesbisch / bi / trans*  und inter“, sondern eine bestimmte Perspektive auf heteronormative Machtverhältnisse und Marginalisierungsprozesse. Dabei werden vermeintlich natürliche Kategorien wie Geschlecht und Sexualität als soziale Konstruktionen untersucht und kritisiert.

Im Rahmen queerer Pädagogik wird davon ausgegangen, dass Geschlecht und Sexualität keine natürlichen Gegebenheiten sind, sondern dass sie diskursiv hergestellt werden und wandelbar sind. Geschlecht und Begehren werden dabei nicht mehr in einer polaren Gegenüberstellung gedacht, sondern vielfältiger. Dabei kann es so wohl Geschlechtlichkeiten geben, die sich auf einem Kontinuum zwischen männlich und weiblich bewegen, als auch Ausdrucksweisen, die diesen linearen Rahmen überschreiten oder sich außerhalb des Systems entwerfen. Ein weiterer Aspekt queerer Pädagogik ist das Wissen, dass soziale Konstruktionen wie Geschlecht und Begehren immer in Verschränkung mit anderen Machtachsen wie sozialer Herkunft, Alter oder Rassismuserfahrung wirksam werden. Pädagogisches Handeln muss diese Verschränkungen mitdenken, die sich daraus ergebenden Verstärkungen und Widersprüche aushalten und auf die komplexe Gesamtsituation reagieren.

Kolat, deren Angetrauter Kenan Kolat heißt und im Auftrag der türkischen Religions- behörde Ditib arbeitet, will vermutlich mit diesem Geschwurbel an der Zerstörung westlicher Kultur mitarbeiten. Wenn Türken im Auftrag von Ditib Genderpolitik in Deutschland betreiben, kann das eigentlich nur dieses Ziel haben.

Durchgeknallte „Followers“ gibt es zur Genüge, insbesondere in Berlin. Zum Beispiel die Mädchenmannschaft. Die vereinnahmt den Frauentag und schreibt so, dass man flehentlich bettelt, es möge Satire sein wie der Kommentar im Tagesspiegel von User Hrfret. Verfasser dieses Wahnsinns ist ein der trans*genialen f_antifa entsprungener Gastautor_in, der es ernst meint:

Aufruf zum Inter*- und Trans*-Block auf der Demo zum Frauen*kampftag am 8. März 2014

von Gastautor_in

Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir den Aufruf der trans*genialen f_antifa.

Sind wir eigentlich mitgemeint?

Diese Frage müssen wir uns als Inter*- und Trans*-Personen leider sehr oft stellen, wenn es um Feminismus geht – auch am 8. März. Im Aufruf zur Demo am Frauen*kampftag 2014 in Berlin heißt es:

»Frauen* = Wir haben den Begriff »Frauen« und »Mädchen« mit Sternchen* markiert. Damit schließen wir Trans*-Frauen. und Inter*-Menschen explizit ein. […] Außerdem wollen wir diejenigen einschließen, die sich nicht als Frauen* verstehen, aber gleichermaßen von sexistischer Diskriminierung betroffen sind, weil sie im Alltag als Frauen* gelesen werden.«

Das ist dann aber auch schon alles, was zu inter* und trans* gesagt wird. Uns drängt sich der Eindruck auf, als würde davon ausgegangen, dass Cis-Frauen (cis bedeutet: nicht trans*), Trans*-Frauen und Inter*-Menschen in gleicher Weise von Diskriminierung betroffen seien. Das ist aber nicht der Fall. Der Aufruf sagt nichts zu trans*- und inter*spezifischer Diskriminierung und Gewalt. Kein Wort zu den gewaltvollen und häufig traumatisierenden Genitaloperationen, die – auch in Deutschland – täglich an intergeschlechtlichen Kindern durchgeführt werden, um sie einem der beiden offiziell anerkannten Geschlechter zuordnen zu können. Kein Wort zu den unzähligen Morden an Trans*-Frauen, die weltweit aus Trans*misogynie verübt werden. Kein Wort zum gesellschaftlichen Zwang, sich einem der beiden offiziell anerkannten Geschlechter zuordnen zu müssen. Kein Wort zur alltäglichen Gewalt, die – vor allem feminin auftretende – Trans*-Menschen auf der Straße und im sozialen Umfeld erleben. Kein Wort zur Unmöglichkeit, sich jenseits der Kategorien »Frau« und »Mann« zu verorten.

So sehr wir uns auch freuen, dass ein feministisches Bündnis versucht, Inter*- und Trans*-Personen einzubeziehen, haben wir dennoch das Gefühl, dass nicht genug darüber nachgedacht wurde, welche Konsequenzen sich daraus ergeben (müssen). Wir wollen uns nicht bloß mitgemeint fühlen, wenn von »Frauen*« gesprochen wird. Inter*- und Trans*-Positionen mitzudenken muss mehr sein, als ein Sternchen bei »Frauen*«. Denn unsere Lebensrealitäten sind so vielschichtig, dass ein Sternchen nicht ausreicht, um sie zu beschreiben. Der Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen* funktioniert nicht ohne die Infragestellung der Kategorie »Geschlecht«. Deshalb werden wir – zusammen mit solidarischen Personen (Allies) – bei der Demo am 8. März einen Inter*- und Trans*-Block machen, um zu zeigen: Es gibt mehr als zwei Geschlechter!

Für einen Feminismus, der Inter*- und Trans*-Positionen konsequent mitdenkt!

Demo zum Frauen*kampftag am 8. März
Samstag, 8. März 2014 | 13 Uhr
Gesundbrunnen | U8 & S-Bahn

Treffpunkt für den Inter*- und Trans*-Block:
12:45 Uhr | Ecke Badstraße/Behmstraße (nördlicher Ausgang der U8)

Sollte das Erzeugnis der Tätigkeit, die ihre Verfasser vermutlich für eine geistige halten, von der Seite gelöscht werden, hier ist es:

Mädchenmannschaft » Blog Archive » Aufruf zum Inter_- und Trans_-Block auf demo zum Frauenkampftag.pdf

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