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Die Idole der Linken in Aktion

by - Juli 15, 2013

Vor zwei Tagen berichteten die embedded Journalists von der antifaschistischen Widerstandsfront mitten in Berlin, als ein kleiner Haufen „Widerstandskämpfer“ ein Häuflein von 15 Nazis daran hinderte, erst in Kreuzberg und dann in ganz Berlin die Macht zu übernehmen. Die verängstigte Bevölkerung wurde über den Verlauf des erbitterten Kampfes in einem Live-Ticker des Tagesspiegels um

9.50 Uhr, 10.05 Uhr, 10.16 Uhr, 10.18 Uhr, 11.05 Uhr, 11.20 Uhr, 11.28 Uhr, 11.58 Uhr und 12.08 Uhr

unterrichtet. Von Seiten der Widerstandskämpfer wurden erfolgreich mit Pisse gefüllte Einweghandschuhe eingesetzt, die Nazis zurückgeschlagen (RBB- Abendschau, Minute 2:12-2:30). Die schnatternde Führerin der Grünen, Renate Künast, konnte nach dem Ende der Schlacht froh verkünden (Minute 1:35)

Berlin hat jetzt gewonnen und auch Kreuzberg hat heute gewonnen.

Da die zeitgenössische Linke intellektuell so degeneriert ist, dass sie die Welt nur noch in die Guten (die Unterdrückten) und die Bösen (die Kapitalisten) zu unterteilen vermögen, wird auf linksunten.indymedia.org zu einer Demo einen Tag später unter dem Slogan One Struggle – One Fight aufgerufen. Und weil es intellektuell degenerierte Linke sind, sehen sie die Probleme der Welt so:

Es sind nicht getrennte Kämpfe, es ist ein und derselbe Kampf um ein Leben in Freiheit und Würde, ein menschenwürdiges Leben, das mit Kapitalismus und dem bürgerlichen Staat nicht zu haben ist. Wir wollen diese Kämpfe auch hier, im Herzen einer der Bestien, zusammenführen und unseren kämpfenden Schwestern und Brüdern zeigen, dass sie für uns Inspiration und Hoffnung sind.

Im Herzen einer der Bestien, also in Berlin, trafen sie dann nicht auf Kapitalisten, sondern auf die türkischen Grauen Wölfe, die eigentlich die natürlichen Verbündeten der Linken sein müssten, denn, so heißt es im Treueschwur der „Idealisten“:

„Bei Allah, dem Koran, dem Vaterland, der Fahne wird geschworen. Meine Märtyrer, meine Frontkämpfer [Veteranen] sollen sicher sein. Wir, die idealistische türkische Jugend, werden unseren Kampf gegen Kommunismus, Kapitalismus, Faschismus und jegliche Art von Imperialismus fortführen. Unser Kampf geht bis zum letzten Mann, bis zum letzten Atemzug, bis zum letzten Tropfen Blut. Unser Kampf geht weiter, bis die nationalistische Türkei, bis Turan erreicht ist. Wir, die idealistische türkische Jugend, werden nicht zurückschrecken, nicht wanken [zusammenbrechen], (sondern wir werden unsere Ziele) erreichen, erreichen, erreichen [bestehen bzw. Erfolg haben]. Möge Allah die Türken schützen und erhöhen. Amen

Nun gut, der deutsche Antifaschisten-Kaspar ist auch gegen Kapitalismus, Faschismus und jegliche Art von Imperialismus und auch wie die wölfischen Türken gegen Juden, äh, Israelis natürlich, die neuen Nazis. Das eint Linke, die Grauen Wölfe und auch die Dumpfbacken von der NPD. Was Linke aber abschreckt, darum halluzinieren sie sich auch lieber unter dem Schutz der rassistischen Polizei in den „Kampf“ gegen deutsche Nazis,  ist, dass sie vielleicht in die Gefahr geraten, bis zum letzten Mann, bis zum letzten Atemzug, bis zum letzten Tropfen Blut kämpfen zu müssen.

So kommt es, wie es kommen musste, es kommt zu einem Zwischenfall während einer Demonstration: Die antifaschistischen Karikaturen treffen auf echte Faschisten. Im Gegensatz zu den Hohlköpfen der NPD haben die Echten bei den deutschen mit Hintergrund und Wurzeln einen gehörigen Einfluss (Siehe Abschnitt über die Demonstration in Düsseldorf Anfang Juni 2013). Neunzehn mit Hintergrund und Wurzeln werden wegen schweren Landesfriedensbruch festgenommen, die Karikaturen werfen Fahnenstangen und verdrückten sich wenig später.

In Düsseldorf marschieren am 7.7.2013 über 25.000 Türken auf, um für Erdogan zu demonstrieren. In der Einleitung zum Film von Report München heißt es:

25.000 haben am Wochenende demonstriert für den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Das ist ihr gutes Recht, demokratisches Recht, sie leben ja bei uns in Deutschland. Was aber unser Reporter bei dieser Demonstration erlebt hat, ist schon mehr als bemerkenswert.

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Pro Erdogan Demo Düsseldorf-4

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Wir finden, dass das der beste Präsident ist, wir sind einfach bei ihm, er ist nicht alleine. Deswegen bin ich hier, er ist der Führer der Türkei, der Führer der ganzen Welt, es gibt keinen anderen Premier außer Erdogan, rufen Kopftuchträgerinnen ins Mikrofon:
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Pro Erdogan Demo Düsseldor-nf.

Weil der Spiegel in der Vergangenheit kritisch über die Türkei berichtete, ist er natürlich zionistisch. Das zu hören, freut jeden aufrechten Linken. Der Führer der türkischen Lobbyorganisation Union Europäisch-Türkischer Demokraten, Süleyman Celik, zuständig für Integration und Toleranz, in der Qualität vergleichbar mit dem Integrations- und Toleranzexperten Bushido, erzählt, Gewalt gegen Demonstranten habe in der Türkei nicht stattgefunden. Presse halt die Fresse steht passend auf einem der hochgehaltenen Plakate.

Dann redet der Abgeordnete der AKP, Mevlüt Cavusoglu. Seine Botschaft an die Deutsch-Türken:

Unser Vaterland ist die Türkei, gleichgültig wo wir leben, die Verbindung zu unserem anatolischen Boden ist stärker.

Die Menge skandiert:

Verflucht sei Israel, verflucht sei Israel.

Das Feindbild des AKP-Mannes und der Demonstranten ist der Westen, speziell die USA, Europa und Israel. Sie glauben an eine Weltverschwörung gegen den Islam, die es zu bekämfen gilt. Der AKP-Mann spricht über Ägypten und den Putsch gegen Mursi. Wo ist denn Ihre (gemeint ist der Westen) sogenannte Demokratie, ihr Rechtsstaat, ihre Menschenrechte, ruft er in die Menge.

Die Menge ruft :

Mursi, Mursi.

Er fährt fort:

Hier könnt ihr ihr doppeltes Gesicht, ihre doppelten Standards erkennen. Wir, die Türkei, stehen für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte.

Türken und Araber Hand in Hand, wie passt das zusammen? Deshalb:

Parteitag der AKP: Erdogan und Mursi

Erdogan und Mursi auf dem Parteitag der AKP

Hamed Abdel-Samad, der von einer Fatwa aus Ägypten mit dem Tod bedroht wird, sagt dazu:

Ich würde sagen, dass sie die Welt in gläubige und ungläubige unterteilen, dass sie alleine regieren wollen. Es geht ihnen nicht um den Staat, es geht ihnen um die Moral. Es geht ihnen um die Einheit aller Muslime, nicht um die Vielfalt in der Gesellschaft.

Auch in Düsseldorf geht es nicht um Vielfalt, sondern um die Einheit der Deutsch-Türken unter einem Führer. Von der Hetze gegen Israel, heißt es im Film, distanziert sich der AKP-Mann – nach der Veranstaltung im Gespräch mit dem Reporter. Natürlich.

25.000 haben am Wochenende demonstriert für den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan: Das ist ihr gutes Recht, demokratisches Recht, sie leben ja bei uns in Deutschland. Was aber unser Reporter bei dieser Demonstration erlebt hat, ist schon mehr als bemerkenswert.

Berichte im Tagesspiegel über Düsseldorf? Aufschrei der antifaschistischen Karikaturen? Fehlanzeige. Weder haben wir etwas darüber im Tagesspiegel gefunden, noch etwas von den Karikaturen. Warum auch. Es ist nicht neu, so weit sind sie auch von dem, was in Düsseldorf vorgefallen ist, nicht entfernt.

Ach ja, dann gab es noch eine Demonstration, am 30.6.2013, durchgeführt von Aleviten. Im Tagesspiegel vom 30.6.2013 heißt es:

Mehr als 1500 Demonstranten zogen am Sonntag durch Berlin, um den Opfern des Sivas-Massaker von 1993 in der Türkei zu gedenken. Bei dem Angriff auf eine alevitische Kulturveranstaltung starben damals 37 Menschen.

Und:

„Die Fanatiker haben gezündet, der Staat hat zugeschaut“, heißt es auf einem anderen Plakat. Gemeint sind die Behörden von Sivas. Sie blieben aus Sicht der Aleviten damals weitestgehend untätig gegen den Mob aus religiösen Fanatikern und Ultrarechten, denen eine Menschenmasse Beifall klatschte. Die Polizei hielt die Täter nicht auf, die erst gefasst, dann aber kurzfristig wieder freigelassen wurden. „Alle nutzten die Gelegenheit aus und flohen unter anderem auch nach Deutschland“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Berliner Gemeinden.

Die Türkei habe kein Auslieferungsantrag gestellt und auch die deutschen Behörden haben kein Interesse an der Verfolgung der Mörder gezeigt, schreibt der Tagesspiegel. Etwas ausführlicher wird der Sachverhalt in der Preußischen Allgemeinen Zeitung, aus Sicht von Linken sicher ein rechtspopulistisches Blatt, beschrieben:

Die Aleviten werfen Deutschland vor, mutmaßliche Täter des „Massakers von Sivas“ zu schützen. Nach Angaben der Alevitischen Gemeinde Deutschland leben mindestens neun Tatverdächtige in der Bundesrepublik. Einer von ihnen sei eingebürgert worden, andere hätten Asyl erhalten. Einige der mutmaßlichen Täter sind in der Türkei zum Tode verurteilt worden, doch gelang ihnen die Flucht ins Ausland – die Aleviten vermuten, mit staatlicher Hilfe. Unter Berufung auf die Todesurteile ersuchten mindestens neun mutmaßliche Täter in Deutschland um Asyl – oder zumindest Schutz vor Abschiebung in die Türkei – und zwar alle mit Erfolg. Alle Tatverdächtigen in Deutschland sind auf freiem Fuß. Die Aleviten kennen Namen, auch Adressen. Einer zum Beispiel, Vahit K., soll in Berlin-Gesundbrunnen in der Prinzenallee Geschäfte betreiben, ein anderer in Mannheim leben.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Memet Kilic, selbst Alevit, hat versucht, mit Fragen im Bundestag Licht in das auch juristische Dunkel zu bringen. Konkrete Antworten werden jedoch meist unter Verweis auf den Datenschutz verweigert. Im Gespräch mit der PAZ äußert Kilic die Vermutung, Tatverdächtige könnten dem Verfassungsschutz als V-Männer dienen. Die nach Deutschland Geflohenen seien hier von der islamischen Gemeinschaft Milli Görüs unterstützt worden. Milli Görüs wiederum werde vom Verfassungsschutz beobachtet.

Tatverdächtige könnten dem Verfassungsschutz als V-Männer dienen? Wie das? Kein Aufschrei der Antifa im Tagesspiegel? Ganze vier Kommentare sind zu sehen.

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One Comment
  1. Lesenswerter Blog, Glückwunsch. Und mit einer Entstehungsgeschichte ähnlich der des unseren. Den gibts mittlerweile seit über vier Jahren, 800 Beiträgen und mittlerweile bis zu 5.000 Lesern/Tag. Viel Erfolg, werd – durch Zufall drauf gestoßen – künftig öfter reinlesen.

    Peter Zangerl, der Moritatensanger von http://www.suedwatch.de/blog/, dem unabhängigen Watchblog zur Süddeutschen Zeitung

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