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Die Kreuzritter

by - Juli 4, 2012

Sympathie mit dem Terror

Welt Online vom 13.4.2010 (Hervorhebung DiskursKorrekt):

Die „Deutschen Taliban Mudschaheddin“ haben der Bundesrepublik in einem 31-minütigen Video vorgeworfen, einen Krieg gegen den Islam zu führen. Deutschland gehöre zu den „Kreuzritter-Nationen„. Propagandagerecht rufen zwei vermummte Kämpfer deutsche Muslime auf, sich dem Dschihad anzuschließen.

März 2009, Thomas Beck, Bundesanwaltschaft Karlsruhe:

Spätestens seit den Anschlägen in Madrid am 11. März 2003 heißt es immer wieder: „Der Jihad ist in Europa angekommen„. Die Anschläge in London im Jahre 2005 und die fehlgeschlagene Attentate dort in den Jahren 2006 und 2007 bestätigen diesen Befund. Hier in Deutschland herrscht aber nach wie vor die „es-ist-doch-nichts-passiert-Stimmung„ und es gerät sehr schnell in Vergessenheit, dass bei uns schon im Jahre 2002 Anschläge durchgeführt werden sollten. Eine in Deutschland gebildete Zelle der Al Tawhid-Bewegung des Abu Musab Al Zarkawi hatte den Auftrag, jüdische Ziele anzugreifen. Nur der polizeiliche Zugriff im Frühjahr 2002 hat dies verhindert. Zu Beginn des zweiten Irakkrieges in März 2003 wollte ein Fanatiker in Berlin zuschlagen, Ende 2004 beabsichtigten Mitglieder der „Ansar Al Islam„, den irakischen Übergangspräsidenten Allawi, der sich in Berlin auf Staatsbesuch aufhielt, zu ermorden. Im Jahr des Fußball-WM 2006 schreckten uns die Kofferbomber von Dortmund und Koblenz auf und im Jahre 2007 die sogenannte Sauerlandgruppe.
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Die Bekämpfung des „Fernen Feindes„: Dies sind Aktionen gegen die USA, Israel und die westlichen Gesellschaften, gegen die „Kreuzzügler“ und Ungläubigen im Allgemeinen

Wenn dem Tagesspiegel die Schreiber ausgehen, die ihre Leser mit skurrilem Geschichten erheitern, in diesem Fall eher verstören, dann holt er sich auch mal einen von außerhalb. So kam es, dass der Ressortleiter Feuilleton der Wochenzeitung DIE ZEIT, ein Herr Jens Jessen zur Feder griff und der Welt am 09.08.2011 via Tagesspiegel erklärte, womöglich sogar mit letzter Tinte, dass Islamkritiker die wirklichen Feinde einer offenen Gesellschaft und Verursacher oder doch Schreibtischtäter des Attentats von Oslo sind.

Die Sympathie von Schreibern des Tagesspiegels mit dem Terror war nicht immer so ausgeprägt. Im Gegenteil. Zwischen den Jahren 2005 bis 2012 hat sich etwas vollzogen, das Anlass zur Sorge gibt. So erschienen anfänglich immer wieder islamkritische Artikel im Tagesspiegel, auch von Gastautoren. Noch am 7.2.2009 schrieb der Mitbegründer und Redakteur des Internetportals perlentaucher.de,Thierry Chervel, als Gastautor im Tagesspiegel Sätze, die jedem,der heute so etwas sagt, den Vorwurf der Islamophobie einbringen:

Es war ein fliegender Wechsel. Als der eine Totalitarismus mit leisem Rülpser kollabierte, erhob der andere schon sein bärtiges Haupt. Wer im Jahr 2009 nur an den Mauerfall erinnert, erzählt nur die halbe Geschichte. Mit dem Bannstrahl der Morddrohung gegen Rushdie zielte der Islamismus, der vielen zuvor als ein finsterer Folklorismus in weit entfernten Ländern erschienen war, direkt in den Westen, um ihn von nun an mitzuregieren.

Wie es aus Jessen heraus denkt

Wir zeigen an einem einfachen Beispiel, wie Jessens Gedankenwelt funktioniert. Wenn es aus ihm herausdenkt, dann verdichten sich seine Gedanken zur Theorie über die Spiegelsymmetrie. Alles wird eins, oder, wie er es gerne ausdrückt,  das eine ist das Spiegelbild des anderen. So werden aus Tätern Opfer und aus Opfern Täter, schreibt ein Kommentator, der Jessens Videobotschaft zum Überfall in der Münchner U-Bahn auf Youtube gesehen hatte.

Was war geschehen?

Begonnen hatte die Auseinandersetzung in der U-Bahn. Die beiden dunkel gekleideten Männer saßen in einem Waggon und rauchten. Der (76-Jährige) Rentner sprach sie deshalb an und bat sie, die Zigaretten auszumachen. Daraufhin beschimpften ihn die Täter, die gebrochen deutsch sprachen, als „Scheiß-Deutscher“ und bespuckten ihn.

Die Polizei veröffentlichte ein Video, das von einer Überwachungskamera in dem U-Bahn-Zwischengeschoss aufgezeichnet wurde. Darauf ist zu sehen, wie einer der beiden etwa 25 Jahre alten Täter von hinten das Opfer mit der Faust niederschlägt. Danach schlugen und traten die beiden vermutlich aus Osteuropa stammenden Männer auf den hilflosen Mann ein.

Schließlich nahm laut Polizei einer der beiden Anlauf und trat so kräftig gegen den Kopf des Mannes, dass er anschließend selbst humpelte. Der Rentner blieb am Boden liegen, die Schläger flüchteten mit dem Rucksack des Opfers. Ein kurz darauf vorbeikommender Passant verständigte die Polizei.

Der Rentner erlitt mehrere Schädelfrakturen mit Einblutungen ins Gehirn. „Der Mann ist offenbar auf dem Weg der Besserung, er ist bei Bewusstsein“, sagte Dengler. Mögliche Spätfolgen seien noch nicht absehbar.

Einer der beiden Täter,  keine Osteuropäer, war Grieche, der andere Türke.  Laut „Süddeutscher Zeitung“  sagte der Polizeisprecher über den 76 jährigen Rentner:

„Der Mann hat Courage gezeigt und auf ein Fehlverhalten hingewiesen; die Täter haben in nicht nachvollziehbarer Weise auf die Ermahnung reagiert“, sagte Polizeisprecher Dengler. „Wir sind dringendst auf Zeugenaussagen angewiesen, um diese außerordentlich brutale Tat aufzuklären.“

In nicht nachvollziehbarer Weise auf die Ermahnung reagiert? Nicht nachvollziehbar, nur weil der Rentner von einem der Täter mit Anlauf so kräftig auf den Kopf getreten wurde, dass der anschließend selber humpelte?

Das sieht der Jessen aber anders, nämlich kultursensibel und der Jugend zugewandt. Für Jessen ist die Tat nachvollziehbar, denn er fragt mitfühlend, „ob es nicht zu viele besserwisserische deutsche Rentner gibt, die den Ausländern hier das Leben zur Hölle machen:

„Es ist so, als wären wir eine friedliche Gesellschaft, in der Ausländer, namentlich Jugendliche, stören.  … Dann muss man sich doch fragen, in welcher Atmosphäre wachsen eigentlich ausländische Jugendliche auf? Zumal, wenn die keine berufs- oder andere soziale Perspektive haben. Ist es nicht eigentlich eine Atmosphäre steter Gängelei? Man fragt sich doch, ob dieser Rentner, der sich das Rauchen in der Münchner U-Bahn verbeten hat, und damit den Auslöser gegeben hat (Hervorhebung DiskursKorrekt) zu einer zweifellos nicht entschuldigbaren Tat, eben sicher nur in der Kette einer unendlichen Masse von Gängelungen, blöden Ermahnungen, Anquatschungen zu sehen ist, die der Ausländer  und namentlich der Jugendliche ständig zu erleiden hat.  Und letztlich nicht nur der Ausländer. Letztlich zeigt der deutsche Spießer, um das böse Wort mal zu benutzen, doch überall sein fürchterliches Gesicht.“

Wer wissen will, wie der Jessen schwurbelt, insbesondere wie er in einer weiteren Geschichte über eine bösartig durchgeknallte Rentnerin berichtet, sollte sich das Video ansehen. Nur im Video sind Habitus und Diktion von Jessen zu erleben, die seinen Text erst so richtig fürchterlich machen. Da steht ein ältlicher spießerhaft wirkender Mann vor der Kamera, selbst vom Rentenalter nicht mehr weit entfernt, biedert sich an „die Jugend“, insbesondere die ausländische an und echauffiert sich über „deutsche Spießer“.

Die Methode dieses „Journalisten“, der wie ein deutscher Besserwisser-Rentner aussieht und rumquatscht, so ein Kommentator auf Youtube, ist immer dieselbe: Relativieren, bagatellisieren und die Schuld hat immer die (westliche) Gesellschaft.

Jessen über „deutsche Spießer“

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Über das „wahre Jubiläum“ und die „offene Gesellschaft“

Die Attentäter vom 11. September sind zwar fanatisch, aber irgendwie sind sie denen spiegelbildlich ähnlich, die den „friedlichen Islam“ kritisieren und die geistigen Förderer des Attentäters von Oslo sind. Damit es nicht allzu schlimm klingt, was am 11.9. geschah, und New York besser mit Oslo vergleichbar wird, macht der Jessen flugs aus über 3000 Todesopfern ein paar hundert:

In einigen Wochen wird sich zum zehnten Mal der Tag des Attentats vom 11. September jähren, an dem fanatische Islamisten das World Trade Center in New York in Schutt und Asche legten und Hunderte Menschenleben darunter begruben.

Jessen veröffentlicht seinen Artikel im Tagesspiegel kurz vor dem Zeitpunkt, an dem das Attentat in NewYork zehn Jahre her gewesen wäre und nennt zynisch das Attentat von Oslo das wahre Jubiläum.

Er schreibt:

Was ein Mohammed Atta, inspiriert von einem wahnhaft entstellten Islam, aus Hass auf den Westen vollzog, konnte auch ein Anders Behring Breivik, inspiriert von einem wahnhaft entstellten Christentum, aus Hass auf den Islam vollziehen – in kleinerem Maßstab, aber mit der gleichen mörderischen Konsequenz. Die spiegelsymmetrische Entsprechung der Terrorakte verschlägt einem fast den Atem. In beiden Fällen wurde wahllos gemordet, nur zum Zeichen, zur symbolischen Eröffnung eines Feldzugs, der für die Säuberung der Welt vom Bösen erst noch geführt werden muss.

In einem Punkt allerdings, der sich vielleicht schon bald als der entscheidende herausstellen könnte, endet die Spiegelsymmetrie. Der Norweger Breivik, auch wenn sein Kampf gegen die muslimische Unterwanderung des Westens gehen soll, hat nicht auf Muslime gezielt. Er hat auf Landsleute gezielt, jugendliche Gäste eines sozialdemokratischen Ferienlagers. Das war kein Irrtum, es sollte auch nicht die Wahllosigkeit steigern, die den Kern des terroristischen Schreckens ausmacht. Es war genau so gemeint, wie er geschossen hat – es ging gegen den sozialdemokratischen Geist des Verstehens und Förderns, von Flüchtlingshilfe und Integration, den er für die Schwäche, die Unterwanderung und den Niedergang seines Landes, des Westens überhaupt verantwortlich macht.

Nachdem er die Mitglieder eines weltweiten Terrornetzwerks mit dem Einzeltäter Breivik gleichgesetzt hat, es ihn nicht beeindruckt, dass in vielen islamischen Ländern das Attentat von 9/11 mit verordnetem Beifall, das Attentat in Oslo in den westlichen Ländern mit Entsetzen aufgenommen wurde, schlägt er den Bogen zum sozialdemokratischen Geist des Verstehens und Förderns, von Flüchtlingshilfe und Integration:

Der wahre Feind für Islamgegner wie Breivik sind nicht die Islamisten, es sind die Islamversteher.

Wer sind die „Islamversteher“?

Als einen davon versteht sich offenkundig Jessen, der sich in die Gefahr halluziniert, von den Breiveks dieser Welt auf schwarze Listen gesetzt zu werden. Es sind nach Jessen weiterhin diejenigen, die sensibel zwischen Islam und den gewaltbereiten Islamisten unterscheiden. Den so konstruierten gewaltbereiten Teil des Islams nennt er dann auch den wahnhaft entstellten Islam. Die Attentäter nennt er Islamisten, die aber keine Anhänger des „wahren“ Islam sind und sein können, denn der wahre Islam ist friedlich. Die Attentäter werden also „von einem wahnhaft entstellten Islam“ getrieben.

Umstritten ist zwischen den Parteien schon, ob es überhaupt statthaft sei, zwischen dem Islam im Allgemeinen und den gewaltbereiten Islamisten zu unterscheiden.

Diejenigen, die diesen Unterschied für etwas konstruiert halten, sind wer? Natürlich die inneren Feinde, die Feinde der offenen Gesellschaft:

Es sind die Deutschen, die sich belauern, ob sie durch übertriebenes Vertrauen in Ausländer die Selbstschutzinstinkte des Westens untergraben oder umgekehrt durch übertriebenes Misstrauen die Freiheits- und Toleranzideale des Westens verraten.

Jetzt ist die Gefahr erkannt, in der Jessen und alle Islamversteher, nämlich die Freunde der offenen Gesellschaft, schweben:

Die Freunde der offenen Gesellschaft wird es grausen, mit ihren Feinden allein zu bleiben. Seit dem Attentat von Oslo wissen sie genau, dass sie nach den Muslimen als Nächste auf der schwarzen Liste stünden. (Hervorhebung DiskursKorrekt)

Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen, Untergrundjustiz und Parallelgesellschaften in Deutschland? Für Islamversteher und Freunde der offenen Gesellschaft hat derartiges mit dem Islam nichts zu tun, denn DEN ISLAM gibt es nicht, und DER ISLAM ist Frieden. Schuld ist schlimmstenfalls, wenn keine Ausflüchte mehr möglich sind, der wahnhaft entstellte Islam. Für Jessen gilt: Schuld ist wie immer die deutsche Gesellschaft mit ihren Islamphobikern. Jessen sagt das so:

Die Anschläge von New York haben die Anhänger der offenen Gesellschaft tatsächlich unter Druck gesetzt. Den Druck üben aber nicht die Islamisten aus, sondern ihre heimlichen Gesinnungsgenossen im Herzen des Westens.

Wer sind diese Gesinnungsgenossen, das Spiegelbild der Attentäter von 9/11? Das sagt Jessen nicht. Wie könnte er auch? Im Westen hat niemand Beifall geklatscht, nachdem in Oslo die Morde begangen wurden. Wirklich niemand? Als zu Beginn angenommen wurde, dass die Täter von Oslo Islamanhänger seien, gab es Applaus in der Islamistenszene.

Für Jessen sind die Feinde einer offenen Gesellschaft diejenigen, die sie verteidigen. Sie zu nennen verkneift er sich im Gegensatz zu seinen Gesinnungsgenossen, die offen behaupten, Broder, Kelek, Giordano und andere sind die geistigen Brandstifter. Wenn er von einer offenen Gesellschaft spricht, dann verbirgt er hinter einer Nebelwand  aus wirren Gedanken, dass Islamisten keine offene Gesellschaft kennen und diese torpedieren  wo sie nur können. Mit dem Begriff „offene Gesellschaft“ suggeriert er, dass (islamische) Zuwanderung Ausdruck eines Naturgesetzes ist und nichts mit guter oder schlechter Politik zu tun hätte. Einer Politik, die ihr Versagen hinter dem sozialdemokratischen Geist des Verstehens und Förderns, von Flüchtlingshilfe und Integration versteckt, um nicht sagen zu müssen, dass es keine allgemeinen Integrationsprobleme gibt, sondern nur besonders heftige mit islamischen Einwanderern.

„Sozialdemokratischen Geist des Verstehens und Förderns„?

Was schert es den Jessen, dass es eigens zum Verstehen und Fördern Islamkonferenzen, aber keine für Buddhisten, Juden, Katholiken und andere Gläubige gibt?

Was schert es den Jessen, dass es keine Konferenzen für Vietnamesen, Russen, Amerikaner, Engländer, Italiener oder andere Volksgruppen gibt?

Es schert ihn nicht, denn:

Der Islam ist friedlich.

Weil die Leute das einfach nicht erkennen wollen, benötigen wir jemanden wie Jessen, der uns erkklärt:

Unterdrückung ist Freiheit und Gewalt ist Frieden.

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